BHR Biographisches Portal der Rabbiner

POLATSCHEK, Philipp, Dr., tschech. dr. Filip POLÁČEK

  • Geb. ca. 1819 in Kolín, Zentralböhmen,
  • Gest. nach 1893 vermutlich in Polná, Ostböhmen
  • Sohn des Handelsmanns Hermann P., absolviert die drei ersten Grammatikalklassen privatim, die übrigen Gymnasialstudien aber regulär am Lyzeum in Preßburg, 1840-1841 philosophisches Biennium an der Universität Prag
  • am 24. Nov. 1844 bestätigt als Lokalrabbiner in der Vorstadt Kateřinov (Katharinenberg) bei Polná
  • ca. 1846 verlegt er seinen Sitz in die Stadt. Am 31. Juli 1860 wird ihm provisorisch die Kreisrabbinerstelle des ehem. Czaslauer und Chrudimer Kreises mit 400 fl. Gehalt übertragen. 1893 tritt er in den Ruhestand.

Dokumente

  • AUK Prag, Katalogí posluchažù, F. F., 1840/257, 1841b/184, Prüfungsregister der Karlsuniversität
  • ÖStA/AVA Wien, Neuer Kultus, Isr. Kultus, D 5, vom 24. Juni 1843 über Dispensverfahren wegen unvollständigen Schulbesuchs
  • SÚA Prag, ČG Vš., oddìlení 1841-1855, svazek 18/3/56, Anstellung 1844
  • ŽM Prag Nr. 34.047, 34.061, 34.063, 34.084, 34.109, Korrespondenzen und Quittungen über Gehalt, 1844-93
  • Ebd. Nr. 34.097, zwei Gutachten von 1882
  • Ebd., Nr. 13.838, Register abgehender Korrespondenz 1864-1896
  • Ebd., Nr. 67.967, Bewerbung in Velké Meziříčí (Groß-Meseritsch) vom 1. Juli 1852; er schickt keine Zeugnisse, weil er als Nachbarrb. bekannt sei und „da meine an der Universität zu Prag erlangte Doktorswürde philosophische Studien voraussetzt“
  • ÖStA/AVAWien, Neuer Kultus, Israelitischer Kultus, D 5, vom 19. Sept. 1865 Autorisation zur Erteilung von Vorbereitungsunterricht für die Preßburger Landesrabbinerschule
  • Über das in Jihlava (Iglau), Státní okresní archiv, erhaltene Material siehe Svìrák, „Prameny k dìjinám Židù na Jihlavsku“, S. 221.

Bildmaterialien

  • Photographie bei Gold (Hrsg.), Judengemeinden Böhmens, 1934, S. 509
  • Dgl. bei Klenovský, Židovské mìsto v Polné, S. 11; ebd. S. 19 ein zeitgenössischer Plan der Rabbinerwohnung im Gemeindehaus
  • Vemelová, „Polná a Židé“, S. 77, 82 erwähnt ein im Muzeum Vysočiny in Jihlava erhaltenes Siegel mit Inschrift RABBINAT POLNA.

Literatur

  • Neuzeit, 1861, S. 99
  • Schematismus, 1869, S. 93
  • Trauungsbefugnis „im ganzen ehemaligen Chrudimer und Czaslauer Kreise“, lt. Durchführungsverordnung vom 20. Juni 1877
  • Lippe 1879/81, S. 372
  • Gold (Hrsg.), Judengemeinden Böhmens, 1934, S. 510
  • Klenovský, Židovské mìsto v Polné, S. 11; danach war er schon seit 1843 in Polná tätig.