Geb. 14. Mai 1728 in Hagenthal-le-Bas (Niederhagenthal), Oberelsaß,
Gest. 25. Mai 1813 in Endingen im Aargau, Schweiz
Sohn des Abraham R., Schüler von Samuel Weyl in Ribeauvillé (Rappoltsweiler), des Oberrb. Jakob-Josua Falk in Frankfurt/M. sowie des Wolf Reichshofer, Landesrb. der Gft. Hanau-Lichtenberg in Bouxwiller (Buchsweiler), Unterelsaß, an dessen Jeschiwa er um 1768 lehrt
um 1784 in Hagenthal-le-Bas Leiter einer kleinen Jeschiwa, Sommer 1786 Rb. in Endingen. Sein Sohn Abraham R. folgte ihm im Amt
sein Schwiegersohn Schalom Ullmann aus Fürth wurde Rb. in Lackenbach, Burgenland.
Dokumente
Beschneidungseintrag im Mohelbuch von Naftali Blum, wiedergegeben in Ha-Ma‘yan 43.2 (1997)
Chanukkalampe und Petschaft aus seinem Besitz im Jüd. Museum Basel, Inv. Nr. 431 und 1388
BNU Straßburg, ms. Günzburger, enthält eine Gedenkrede von Hirsch Katzenellenbogen, 11. Juli 1813.
Manuskripte
BNU Straßburg, ms. 3984, Vortragsmitschriften von Lämlein Löb Winzenheim aus R.s Jeschiwa von Bouxwiller, 1768
StadtA Zürich, Nachlaß Hans Konrad Escher, 1790-1794, enthält hebr. Neujahrsadresse an den Landvogt für 1792 und hebr. Gebet zum eidgenöss. Bettag des 16. März 1794.
Publikationen
Hebr. Gebet zu Œimh. ath Torah, postum gedruckt bei W. Haas, Basel.
Literatur
Markus Götsch Dreifus, „Der Zwetschgen- und Blüntelikrieg im Jahre 1802. Aus der Schweiz“, Jüdisches Volksblatt zur Belehrung und Unterhaltung 1 (1854), Nr. 33, über sein respekteinflößendes Auftreten in der Bauernrebellion
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 758
M. Ginsburger, „Les Mémoriaux alsaciens“, REJ 41 (1900), S. 133
Kayserling, „Les Rabbins de Suisse“, S. 271
Emil Dreyfus, „Notizen zur Geschichte der aargauischen Juden“, Israelitisches Wochenblatt für die Schweiz Jahrg. 12 (1912), Nr. 3: „Daß er kein bornierter, mit der Welt unbekannter und nur einseitig im Talmud und Rabbinismus verrannter Büchergelehrter war (wie es damals viele gab), das bewies sein fleißiger und leutseliger Umgang mit den Menschen, sein Streben sich durch die damals noch nicht so fleißig gelesenen Zeitungen mit Tagesneuigkeiten auf dem laufenden zu halten, sowie auch die Tatsache, daß er seine Kinder, wie man damals sagte, in weltlichen Dingen unterrichtete“
Florence Guggenheim-Grünberg, „Die Nachkommen des Rabbiners Raphael Ris“, Israelitisches Wochenblatt für die Schweiz, 17. Jan. 1958; dies., „Aus dem Lengnauer Gemeindeleben vor 180 Jahren“, ebd., 12. Januar 1968; dies.,“Das Testament des Rabbiners Raphael Ris, 1811“, in: Geist und Geld im Judendorf, Zürich o. J., S. 5-12; unter seinen Büchern etliche kabbalistische Werke
Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. IX (1982), S. 120, Nr. 1203
Kinstlicher, Hä-“H. atham Sofer“ uvene doro, S. 360