Sohn des späteren kurmainzischen Landesrb. David-Tewele Scheuer, verheiratet mit Täubge-Lea Cahn-Niederwerrn (1739-1808), Tochter des Fürther Gemeindevorstehers Löb C.-N. (nach anderer Quelle war sie Frankfurterin). Talmudlehrer an der Schule seines Vaters in Mainz
dort zählte 1776/77 Moses Sofer zu seinen Schülern. 1778 Rb. in Worms, 1782 Stadtrb. in Mannheim, 1800 [1802?] kurpfälzischer Landesrb. daselbst, Kandidat für das Altonaer Oberrt. (1802)
1809 rb. Mitglied im ersten badischen Oberrat. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er die 45 Jahre jüngere Rachel Elzbach aus Fürth, die nach 2 1/2 Monaten verwitwete und ihrerseits in Bamberg eine neue Ehe einging.
Dokumente
StadtA Mannheim 12/1982 Nr. 174 Familienbogen Scheuer
Memorbuch der Gem. Mannheim.
Manuskripte
Amsterdam Ros. 68/1 Talmudauslegungen
Jerusalem JNUL 4° 964 Tochah. ath Musar, 1788-1794
Ebd., 4° 994 Homilien und Gedenkreden, 1783-1803, 23 Bl
Ebd., 4° 996 idem, 1787-88 (kopiert Bl. 67rff. aus einem H. illuq deRabbanan, den er in seiner Studienzeit vor anderen Schülern gehalten habe)
¯IH Warschau 74/1 Homilien und Disputationen, 1779 u. a.
Publikationen
Drei Approbationen, datiert Mannheim 1789-1796; Löwenstein, Index, S. 184.
Epigraphik
Grabstein Nr. 148, sehr verwittert, in der Rabbinerreihe des alten Karlsruher jüd. Friedhofs; siehe Döpp u. a., Alter Jüdischer Friedhof Karlsruhe, Kriegsstraße; Expl. ZAGJD Heidelberg.
Literatur
Moses Sofer, H. atham Sofer Homilien, Bd. I, 77b-80c
Löwenstein, Kurpfalz, S. 264-266
Löwenstein, „Fürth“, II, S. 137 Anm. über seine erste Ehe
Rosenthal, Heimatgeschichte, S. 125
Isak Unna, „Oberrabbiner Michael Scheuer als Kritiker seiner Zeit“, ZGJD 1 (1929), S. 322-328
Berthold Rosenthal, unter dems. Titel, ZGJD 3 (1931), S. 72-75
Isak Unna, „M. S., eine Erwiderung“, ZGJD 3 (1931), S. 277-278
Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. IX (1982), S. 126, Nr. 1276
Post, Judentoleranz, S. 309 Anm
Kinstlicher, Hä-“H. atham Sofer“ uvene doro, S. 196
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 111, 146, 166, 196, 235f.