Sohn des Handelsmanns Aaron S., studierte den Talmud zuerst in Prag, dann sechs Jahre lang bei Moses Sofer in Preßburg. Sechs Gymnasialklassen in Komárno (Komorn), Slowakei
1840-41 zweijähriges philosophisches Studium an der Universität Prag. Ordination von dem Berauner Kreisrb. Löb Glogau in Prag und dem Elbogen-Saazer Kreisrb. Salomon Sachs in Hroznìtín (Lichtenstadt), Westböhmen. Ca. 1846 Rb. in Myslkovice (Mischkowitz), Südböhmen, um 1857 Rb. in Votice (Wotitz), Zentralböhmen, versieht seit ca. 1860 auch das Berauner Kreisrt., dessen Sitz er nach 1873 nach Prag verlegt. Um 1879 Rb. und Prediger an der Prager Zigeunersynagoge. Seine Frau war Cäcilia Kersch aus Libeò.
Dokumente
AUK Prag, Katalogí posluchažù, F. F., 1840/296, 1841b/213, Prüfungsakten der Karlsuniversität
ŽM Prag, Nr. 67.967, Bewerbung in Velké Meziříčí (Groß-Meseritsch) in Mähren. Der Bewerbungsbrief ist datiert aus Myslkovice, 30. Juni 1852. Außer dem verlangten Kursus der Philosophie, des Natur- und Staatsrechts hörte er auch „die meisten der unobligaten Gegenstände, wie: Erziehungskunde, Aesthetik, österr. Staatengeschichte, Geschichte der Philosophie ect. an der Prager Universität“
ÖStA/AVA Wien, Neuer Kultus, Israelitischer Kultus, D 5, vom 19. Sept. 1865, nennt ihn in Votice als einen der 27 böhm. Vorbereitungsdozenten für die Preßburger Landesrabbinerschule.
Publikationen
Wortbeiträge in Verhandlungen der am 25. und 26. März 1862 in Prag versammelten Vertreter der isr. Kultusgemeinden Böhmens über den Entwurf einer Cultus-Ordnung, Prag [1862].
Literatur
Durchführungsverordnung vom 20. Juni 1877, erteilt Trauungsbefugnis für „Moses Schiffmann zu Prag im ganzen ehemaligen Berauner Kreise“
Lippe 1879/81, S. 426
Gold (Hrsg.), Judengemeinden Böhmens, 1934, S. 719f, mit Bildnis.