SCHÖPFLICH, Anselm-Anschel, franz. A. CHŒPPLÉ oder A. LÉVI
Geb. 1773 in Rosheim, Oberelsaß,
Gest. 1846 in Haguenau (Hagenau), Unterelsaß
Abkömmling einer polnischen Rabbinerfamilie
sein Großvater Hirsch Halevi und sein Vater Ascher-Anschel waren aus Raków b. Krakau über Altbreisach und Schopfloch b. Dinkelsbühl nach Rosheim gekommen, wo sie eine Talmudschule leiteten
beide starben 1773, so daß L. vermutlich postumer Sohn war und daher den Namen des Vaters erhielt. 1799 Rb. in Jebenhausen b. Göppingen, 1804 Rabbinatsgehilfe und Oberlehrer in Lengnau im Aargau, 1808-1819 Rb. in Bad Buchau, Württ.
um 1825 Rb. in Ingenheim, Pfalz. Ca. 1827 von den bayerischen Behörden abgesetzt, wird Rb. in Mutzig, Unterelsaß, und 1832 Rb. in Haguenau. Seine Söhne studieren in Würzburg bzw. Mannheim.
Dokumente
AJA Cincinnati (Mic. GJ Köln, Kb-Ber), Autobiographie von Samuel Adler, auf S. 6-7 Erinnerungen aus Ingenheim, „wo ein gewisser R. Anschel Schöpflich eine kleine Jeschibah hielt und sich in der Umgebung den Namen für einen überaus großen Talmudgelehrten zu verschaffen gewußt hat“. Er war aber „ein ganz gewöhnlicher Rabbi und dazu noch mit widerlichen Manieren“ (S. folgte in Lehre und Leben kabbalistischen Vorschriften).
Publikationen
Zwei Approbationen, datiert Haguenau 1833, 1844; Löwenstein, Index, S. 185.
Literatur
Nachruf in AZJ 1846, S. 122f
Gherondi und Nepi, S. 9
Weill, Ma jeunesse, S. 161-183, mit ausführlichen Erinnerungen von seiner Talmudschule in Ingenheim
Löwenstein, Nathanael Weil, S. 67
Moses Judah Jacobovits, Vier Generationen der Rabbiner-Familie Levi Schoepflich, Straßburg 1938
Bloch, „Le cimétière juif de Haguenau“, REJ 1953, S. 38 ff
ders., Communauté israélite de Haguenau, S. 30f
Seligmann, Erinnerungen, S. 55, fälschlich „Jugenheim“
Robert Weyl, Freddy Raphaël und Martine Weyl, „Le cimétière juif de Rosenwiller“, Saisons d’Alsace Jahrg. 23 Nr. 66 (1978), S. 126, mit genealogischen Angaben
Juifs en Alsace, S. 351
PK Baden-Württemberg, S. 57, „Amschel Levi Rosenheim“
Uri R. Kaufmann, „Anselm Schopflich Lévy (Ascher Schopplé) (1773-1846), Rabbiner in Ingenheim“, Jüdische Lebensgeschichten aus der Pfalz, Speyer 1995, S. 55-60