Sohn des Schustermeisters Aron S., vierjähriges Talmudstudium in Hechingen und weitere vier Jahre in Karlsruhe bei Rb. Ascher Löw
1824-27 dort auch Besuch des Lyzeums. 6. Mai 1829 imm. Heidelberg und rb. Studien unter Leitung von Rb. Sal. Fürst. 1831 Staatsprüfung beim Oberrat, Religionslehrer in Randegg, Bewerber in Hanau (1832), 1833 Rabbinatsverweser in Randegg, 1837 Rb. das., Teilnehmer an der 1. Rb.-Versammlung, verläßt aber die 2. Rb.-Vers gemeinsam mit Zacharias Frankel (AZJ 1845, S. 477) und arbeitet an dessen konservativer Zeitschrift ZRIJ mit. Bewerber in Hannover (1846). Erhält zusätzlich 1849 die Aufgaben eines Konferenzrb. im Oberrat der Israeliten Badens und 1852 die eines Rabbinatsverwesers in Gailingen, 20. April 1855 Bezirksrb. in Bühl. Er war verheiratet mit Sara Randegger (1808- 1889), der Tochter seines Landsmanns Maier R., Rb. in Triest.
Dokumente
AHU Berlin, Kontrollbuch der Philos. Fakultät, nennt einen „Leonhard Schott“ aus Baden vom 29. Okt. 1836 zum 16. Aug. 1837 als Studenten in Berlin
CAHJP Jerusalem P 125 Papiere und Korrespondenzen von der Braunschweiger Rabbinerversammlung, 1844
Ebd. S 378, Nr. 24 über Anstellungsverhältnisse in Randegg, mit zahlreichen Beschwerden Sch.s über ungerechte Behandlung seitens des Vorstands, darunter S. 199-206 vom 25. Juni 1850 eine Denkschrift über Rabbinerwahlen
GLA Karlsruhe 390/856, Eintrag im Sterberegister Bühl.
Publikationen
Regelmäßige Korrespondenzen aus Baden für jüd. Blätter, insbes. AZJ und IA
„Israelitische Volksbibeln“, IA 1839, S. 140f., 148f
Die wichtigsten Pflichten des Israeliten, Predigt, 1839 (Rez. IA 1840, S. 20)
Über Rabbinats- und Schulverhältnisse in Baden: IA 1840, S. 141f
Leichenrede für Salomon Oettinger zu Gailingen, Stockach 1841
„Moses Bloch“, IA 1841, S. 249f, 257f
Mitarbeiter der Zschr. Der Orient (1844-50)
Beitrag zu den Rabbinischen Gutachten gegen den Frankfurter Reformverein, 1844
Winke für die israelitischen Volkslehrer: Predigt gehalten am Sabbat Pinchas 5605 (26. Juli 1845) in der Synagoge zu Hannover, 1845
Aeußere und innere Freiheit. Predigt am hohen Geburtsfeste Sr. Königl. Hoheit des durchlauchtigsten Großherzogs von Baden, 1846
Trauerrede bei dem Allerhöchst angeordneten und nach Vorschrift des Großherzoglichen Oberraths der Israeliten abgehaltenen Trauergottesdienste, zum Andenken und zu Ehren des Höchstseligen Großherzogs Leopold von Baden, 1852
Ansprache zur Vorbereitung auf den Huldigungs-Eid in sämmtlichen Synagogen des Bezirksrabbinats gehalten, Konstanz 1852
Eine Approbation, datiert Randegg 1843; Löwenstein, Index, S. 186.
Epigraphik
Grabstein in Bühl, Südl. Friedhofsteil IV 2 (ädikulaartige Stele); die Inschrift bei Sidon, Bühl, enthält einen Hinweis auf die Sympathien, die er bei Nichtjuden und jungen Mädchen genoß: P. N. Yehudah ’attah yoducha ’ah. äycha [Gen. 49,8] nä’äman umahir hayetha bemalle’ bethächa leh. azzeq bädäq ha-bayyith [2 Reg. 22,5] ulehoroth ’äth Bene Yiœra’el [Lev. 10,11] ’äth ha-däräch ’ašär yelechu bah we’äth ha-ma‘aœäh ’ašär ya‘aœun [Ex 18,20]: torath ’ämäth hayethah beficha we‘awelah lo’ nims. a’ biœefathäycha [Mal. 2,6] ‘al ken kål yode‘äycha [ba-‘ammim, Ez. 28,19] ‘alamoth ’ahevucha [Cant. 1,3] we’El ‘älyon yišmor ’äth nafšecha [Ps. 121,7]
Grabstein für seine Frau auf dem jüd. Friedhof in Frankfurt/M., Rat-Beil-Str.
Bildmaterialien
Porträt in PK Baden-Württemberg, S. 265.
Literatur
Benjamin Hirsch Auerbach, „Einige Worte an Herrn Rabbiner Schott in Randegg“, TZW 1845, S. 37-40
Synagogeneinweihung in Bühl; AZJ 1858, S. 420
Benjamin Willstätter, Rede und Personalien, gesprochen bei Beerdigung des [...] Rabbiners Leopold Schott, 1869 [Expl. JNUL 30-V-1097]
Kayserling, Jüdische Kanzelredner II 293-298
Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 805, 850
Rosenthal, Heimatgeschichte, S. 358
Hundsnurscher und Taddey, S. 240
Lowenstein, „The 1840s“, S. 278
PK Baden-Württemberg, S. 255, 265, 488
Samuel Moos, Geschichte der Juden im Hegaudorf Randegg, Gottmadingen 1986, S. 46f
Brämer, Rabbiner und Vorstand, S. 26, 148
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 110, 277, 403, 406, 423, 432, 482, 592.