Sohn des Kaufmanns Joel S. und der Hanne Dreyfuß, Enkel des gleichnamigen Rb. in Aschaffenburg und Urenkel des Rb. M. T. Sontheim in Hanau. 1848-52 höhere Bürgerschule in Eppingen, 1852-58 Lyzeum in Karlsruhe mit talmudischen Studien bei Rb. Josel Altmann. Studium zunächst in Heidelberg, dann in Würzburg, vom 28. Okt. 1859 bis 6. Aug. 1861 an der Universität Berlin. Nach Ablegung des theologischen Examens in Karlsruhe Okt. 1862 Bezirksrb. in Gailingen, dort am 26. Apr. 1865 Heirat mit Flora Kaufmann (geb. 1844), Tochter des Oberratsmitglieds Baruch K. 16. Jan. 1872 ernannt zum Bezirksrb. in Heidelberg
1884 mit dem Ritterkreuz 1. Klasse des Zähringer Löwenordens ausgezeichnet
seit 1889 auch als „Konferenzrabbiner“ Mitglied des Oberrats der Israeliten Badens. Anhänger der Reform, so 1895 Vorschlag zur Abschaffung der zweiten Festtage.
Dissertation
De linguae hebraeae nominibus nec non quaedam ad ejus indolem pertinentia, Diss. Halle 1861.
Dokumente
GLA Karlsruhe 390/1320, Geburtsregister Eppingen
UA Halle, Phil. Fak. II, Nr. 95, Bl. 38-43, Promotionsakten
GLA Karlsruhe, 362/60, vom 16. Jan. 1872 Einsetzung lt. Entschließung des Innenministeriums vom 3. Jan.; Gehalt 1.200 fl., davon werden 1.000 fl. von den Landgemeinden und 200 fl. von der Stadtgemeinde aufgebracht, welche aber die 400 fl. Wohnungsentschädigung zahlen muß. Gegen weitere 100 fl. erteilt S. den Religionsunterricht „in der obern Classe der israelitischen Stiftungsschule“ sowie „den israelitischen Schülern der höheren Classen des Lyceums und der höhern Bürgerschule in Heidelberg in mehreren wöchentlichen Lehrstunden“
Dgl. ebd., 388/370, vom 16. Jan. 1872
Ebd. 362/42, vom 1. April 1884, Verwaltung des Rts. Ladenburg.
Publikationen
Predigt, am Vorabend des Versöhnungstages Kål Nidre 5626 gehalten in der Synagoge zu Eppingen, Karlsruhe 1861
Geschichtlicher Religionsunterricht, 2 Bde Lahr 1881, bestehend aus Bd. I Biblisch-geschichtlicher Religionsunterricht, 11881, 181900, 201902, 21-221903, 231905, 271911, 311917; Bd. II Jüdisch-geschichtlicher Religionsunterricht, 11881, 31882, 51890, 61893, 81897, 91898, 101900, 141907, 151909, 201916, 21-221919, 23-24o. J.; poln. Übs. beider Bände Nauka religii na podstawie historyi, übs. Izak Planer, Lemberg 31903; Tarnów 101933
Der Pentateuch für den Schulgebrauch. Urtext. Uebersetzung neben dem einzelnen Worte oder Satze. Erklärung und Präparation. Nebst einem Anhange: Das Wichtigste aus der hebr. Elementar- und Formenlehre, Fft./M. 1886, 343 S.; 21902.
Literatur
Lippe 1879/81, S. 463
Josef Eschelbacher, Rede an der Bahre des verewigten Herrn Hillel Sondheimer, Frankfurt/M. 1899: „Eine frische, warmherzige und liebenswürdige Persönlichkeit, unterstützt durch eine hervorragende Rednergabe, ein reiches Wissen und einen klaren Blick für das Leben und seine Bedürfnisse [...] Er war voll hoher Bewunderung für unsere Zeit; er glaubte, ihr weit entgegenkommen und vieles anerkennen zu dürfen, was Andere als eine bedenkliche und vergängliche Tagesströmung betrachten“
Wininger V 571
Arnsberg, Hessen, Bd. II, S. 115
Blum (Hrsg.), Heidelberg, S. 239-241; seine Wahlhilfe für die Nationalliberalen sei als skandalös empfunden worden (S. 240).