BHR Biographisches Portal der Rabbiner

STEIN, Alexander, Dr.

  • Geb. 1. Okt. 1843 in Grombach bei Sinsheim, Baden,
  • Gest. 1914 in Karlsruhe
  • Sohn des Nathan S. und der Zimmel Wacker, Besuch der Gymnasien in Heilbronn, in Wertheim und über sechs Jahre in Karlsruhe, dort theol. Unterricht bei Oberrat Josel Altmann, 1862 Abitur, 24. Okt. 1862 imm. Breslau und Besuch des Jüdisch-theologischen Seminars, 2. Aug. 1866 prom. Halle
  • Sept./Okt. 1866 theol. Staatsexamen in Karlsruhe mit Prüfungspredigt in der Synagoge, ordiniert von Oberrat Altmann und Rabbiner Geismar (Sinsheim), 7. Sept. 1867 Rb. in Worms
  • 9. März 1870 Heirat mit Caroline Mainzer, Tochter des Kaufmanns Maier M. aus Lorsch. 1877 Einführung des Reformgottesdienstes mit Orgel: Die Gemeinde spaltet sich in „Örgler und Nörgler“. Erhält 1910 bei Ausscheiden in den Ruhestand die hess. Verdienstmedaille.

Dissertation

  • Linguae hebraicae formationes quomodo in Mischna sint excultae, quomodo vocum significationes amplificatae, verborumque copia sit aucta. Adiecto appendice: Qua ratione quibusque legibus lingua Mischnaïca aliengena quaedam sit mutuata, Diss. Halle 1866, nach einer Preisarbeit des Jüd.-Theol. Seminars „Über die Fortbildung der hebräischen Sprache der Mischna“, eingereicht Jan. 1866.

Dokumente

  • AU Wrocław, F 434, S. 135, mit Matrikeleintrag
  • UA Halle, Rep. 21-I, Nr. 52 mit Dissertation und Vita; ebd. Rep. 21-II 105, fol. 271-291 mit Promotionsakten
  • StadtAWorms, Stadtratsprotokolle, 1869 § 10.678 Einbürgerung in Worms
  • Ebd., 13/477 Dokumente zum Amtsantritt.Ebd., Standesregister, Trauungen 1870, Geburten 1871, 1872
  • Ebd. 5/5550 Gratulation des Wormser Stadtrats zum 25jähr. Berufsjubiläum, 3. Sept. 1892: „In Anerkennung Ew. Ehrwürden schätzenswerther Thätigkeit sowohl im Amt als in ihrer Beziehung zu städt. Interessen während dieser Zeit glauben die Unterzeichneten des guten Einvernehmens zu gedenken nicht versäumen zu sollen, das Ew. Ehrwürden jederzeit in unserer Stadt mit den anderen Religionsgemeinschaften zu wahren verstanden haben und fügen den Wunsch an, die Thätigkeit Ew. Ehrwürden möge der israelitischen Gemeinde dahier sowie der Stadt noch recht lange erhalten bleiben“.

Bildmaterialien

  • Bildnis in Ost und West 1904, Sp. 759.

Literatur

  • Lippe 1879/81, S. 470
  • Brann, Jüd.-theol. Seminar, S. 196
  • Rothschild, Beamte, S. 37ff
  • Reuter, Warmaisa, S. 163f
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 529.