Sohn des Rb. Salman Baruch B. in Sieraków (Zirke), Prov. Posen. Schüler von Akiba Eger in Posen, ordiniert mit 17 Jahren, danach in Berlin Schüler von Rb. Meyer Weyl, betreibt zum besseren Verständnis des Talmud auch naturwissenschaftl., mediz. und philos. Studien. Um 1840 nach eigener Angabe ein wohlhabender Mann in Berlin, der außerhalb der Stadt einen landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaftet
Schwiegersohn und Nachfolger des Rb. Aron Hirz Cohn in Friedland/Niederlausitz, Prov. Brandenburg. Bewerber um Rte. in Frankfurt/Oder (1840), London (1844) und Hamburg (1851), bei letzterer Gelegenheit bezeichnet er sich als „Ober-Kreis-Rabbiner zu Friedland und dem Kreise Lübben (Niederlausitz)“, gegenwärtig in Berlin, Rosenstr. 13. Um 1869 arbeitet er im Ruhestand in Berlin an einer jüdischen Interpretation des Freimaurertums.
Dokumente
CAHJP Jerusalem, „Frankfurt/Oder“ (KGe 11), Nr. 34, Bewerbung in Frankfurt/Oder; mit ausführlicher Vita und Schriftenliste, aus Berlin, Chausseestr. 28, vom 5. Okt. 1840. Er bietet eine Gratisverwaltung des Amts während der ersten zwei Jahre, wobei er „Biblisch-Rabbinisch-Thalmudische Vorträge (derašoth miqra’, mišnah ugemara’)“ sowie jeden Sabbat eine dt. Predigt halten will. Er sei in der Lage, sich „mit jedem scharfsinnig geistreichen thalmudisch-gelehrten und wissenschaftlich gebildeten Manne zu messen“
CAHJP Jerusalem, AHW 543b, Fasc. II, S. 198- 199, Bewerbung in Hamburg 1851. Bei seiner Bewerbung um das Londoner Oberrabbinat seien ihm seine Zeugnisse nicht zurückgeschickt worden.
Manuskripte
(lt. eigener Angabe) Die Selbstrettung aus der Gefahr der Cholera nach den Grundsätzen der Therapeuten der Aessäer
Grundlage zu einer transcendentellen Naturlehre, oder das System des Mystizismus der Kabbalah / Philosophie der Hebräer, im Allgemeinen. „Dies Werk wird die Presse bald verlassen (Berlin 1840.)“
Sefär Raza’ ha-Qabbalah. Die specielle Kabbalah: Theologie der Hebräer nach allen Zweigen des Wissens dargestellt
Nezachon, oder Fortdauer der Welt und die Unsterblichkeit der Seele
Sefär t. a.ame ha-mesorah .al TeNaCh. Interprätation der Massorah („Dies Werk habe ich als Manuscript an Seine Majestät Ludewig Philipp, König der Franzosen, zu Paris, seit mehreren Jahren gesandt“).
Publikationen
Auslegung oder apodiktische Wahrheit eines kabbalistischen Amulets, als Inbegriff der theoretischen und praktischen Kabbalah, nebst Ansicht, philosophisch-medicinisch dargestellt, Berlin 1831
Kurze Darstellung der Cholera und unfehlbare Heilmittel derselben nach den Grundsätzen des Thalmud bearbeitet, Berlin 1831
Anweisung zur Abwährung und Behandlung der pandemisch-contagiösen Cholera, worin der Ursprung des Namens „Cholera“, die Gelegenheits- Ursache, der Sitz [...] nachgewiesen wird, Berlin 1831
Der Weg zum Studium der Freimaurerei und die Grundlage zur Vereinigung aller Logensysteme des Freimaurer-Ordens, Berlin 1850, 156 S
Das Studium der Freimaurerei und die ursprüngliche Geschichte desselben, von vor der Schöpfung bis an das 1000jährige Reich, enthaltend: Veranlassung, Ursprung, Stifter, Wesen, Zweck, Tendenz, Ritual, Ceremoniel, Gebräuche, Zeichen, Wort, Griff, Meisterwörter und Bedeutungen über Alles. Auch Ursprung und Bedeutung der „schwarzen Brüder“, die schon im Salomonischen Tempel existirt haben. Als Manuskript gedruckt von Isask [sic] Salom. Borchardt, emer. Ober-Kreis-Rabbiner, 8 Bde (wovon nur einer erschien), Berlin 1869, 236 S., König Wilhelm I. von Preußen als Protektor der Freimaurer-Logen gewidmet.