BHR Biographisches Portal der Rabbiner

BOSKOWITZ, Wolf, hebr. Zeev-W., bürgerlich Wolf Samuel LEVI

  • Geb. ca. 1740 in Boskovice (Boskowitz), Mähren,
  • Gest. 14. Juni 1818 in Bonyhád, Ungarn
  • Sohn des Jeschiwaleiters Samuel Halevi Kolin, auf Geheiß seines Vaters lehnt er wie dieser zunächst jede rb. Anstellung ab
  • als Privatgelehrter in Buda (Alt-Ofen) werden er und seine Jeschiwa finanziert von seiner Frau Esther, der Tochter des wohlhabenden David Boskowitz
  • nach dem Brand des Handelsgeschäfts wird er 1785 Rb. in Aszód, Ungarn. 30. Nov. 1785 Rb. und Jeschiwaleiter in Prostìjov (Proßnitz), Mähren
  • ausschlaggebend für die Wahl war u. a., daß er sich als wohlhabender Mann mit einem geringen Gehalt begnügte. Die Bestätigung der Behörden vom 22. Apr. 1786 wird ihm aber nur auf drei Jahre ausgesprochen, so daß er nach Ablauf der Zeit das Rabbinat niederlegen muß. Er geht als Talmudlehrer nach Buda zurück, siedelt später nach Pest um, wo er 1793 zeitweise auch als Gemeinderb. fungiert, doch nach Streit mit dem Rb. Moses Münz von Buda aus der Stadt gewiesen wird. 1798 Rb. in Balassagyarmat, Ungarn
  • als Nachfolger von Eleasar Kalir 1803 Rb. in Kolín, Zentralböhmen, zugleich Oberhaupt der dortigen Talmudhochschule
  • muß wiederum das Amt niederlegen (seine österr. Matrikenstelle sei wegen Abwesenheit verfallen) und nach Ungarn zurückkehren. 1808 Rb. in Bonyhád mit Jeschiwa und zahlreichen Schülern. Auch kabbalistische Neigungen werden ihm zugeschrieben.

Manuskripte

  • Budapest, Kaufmann 562 Vortrag Dover Šalom [Esth 10,3], Autograph, 1808 [IMHM 15001]
  • Umfangreicher Nachlaß in der Sammlung Kaufmann, Budapest; darunter der Rest seines Maimonides-Kommentars und das Werk Qalbon ha-Šäqäl, Superkommentar zum Mah. as. ith ha-Šäqäl seines Vaters zu OH
  • Stolyn-Karliner Yeshiva Jerusalem, Ms. 430, halachische Schrift
  • ŽM Prag, ms. 341, Mitschriften aus seinem Unterricht
  • Schwarz erwähnt einen Band Disputationen.

Publikationen

  • Sedär Mišnäh Kommentar zu Maimonides’ Mišnäh Torah, Bd. I zum Sefär ha-Mada‘, Prag 1820, 97 Bl. [Expl. NK Prag, 53-A-11]; Bd. II zu den Sabbatgesetzen, Jerusalem 1902, 50 Bl.; Bd. III zu den Pessachgesetzen, Jerusalem 1940-41, 188 + 128 S
  • Ma’amar ’Äster [Esth 9,32] fünfzehn Homilien über Bibel und Aggada zum Gedenken an seine Frau, Buda 1832, 87 Bl
  • Šušan ‘Eduth [Ps 60,1] zum Talmudtraktat ‘Eduyyoth, hrsg. von seinem Enkel, dem Rb. Jakob Elieser Weiss in Zagreb, Paks 1903-05, 88 + 197 Bl., mit biographischer Einleitung
  • H. illuqa’ de-Rabbanan, 16 Bl., hrsg. und kommentiert von Naftali Schwartz, Šelošah Sefarim Niftah. im, Paks 1903
  • LeBinyamin ’Amar [Deut 33,12], Kommentar zu den Aggadot des Raba bar bar Channa, Paks 1905, 16 Bl
  • „Bedin ’’En mevat. t. elin ’issur lechath. illah beyaveš beyaveš’„ Moriyyah III,3-4, S. 4-9
  • Halachische Korrespondenz mit Ezechiel Landau in dessen Noda‘ bIhudah, II, YD 45, 80 (aus Buda), 141
  • Vier Approbationen aus Buda (1785), Prostìjov (1787) und Kolín (1808-1809).

Literatur

  • Gedenkrede von Abraham Haim Oppenheim, ’Allon Bachuth
  • Walden, Šem ha-Gedolim häh. adaš, S. 41
  • Fuenn, Kenäsäth Yiœra’el, S. 301
  • Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 758
  • JE III 328
  • Greenwald, Yehudim be’Ungaryah
  • Schwartz, Šem ha-Gedolim me’Äräs. Hagar, Bd. I, S. 73f (verdruckt zu 57f)
  • - Freimann in JJLG, 15 (1923), S. 39
  • Schreiber, ’Iggeroth Soferim, Bd. I, S. 21
  • EJ dt. IV 982f
  • Wininger I 427f
  • Ujvári, Magyar zsidó lexikon, S. 137
  • Gold (Hrsg.), Judengemeinden Böhmens, 1934, S. 128, 290f., 498, 501, 503
  • Hallah. mi, H. achme Yiœra’el, S. 220
  • Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. IX (1982), S. 136, Nr. 1382
  • Kinstlicher, Hä-“H. atham Sofer“ uvene doro, S. 88-90 (mit hebr. Schriftprobe)
  • Bránský, Židé v Boskovicích, S. 252f und 260, teilt ihn in einen Benjamin und einen Wolf Boskowitz auf
  • HÖAAJH, Bd. I, S. 150, Nr. 1158.