1813 Rabbinatsverweser in Rawicz in der späteren Prov. Posen, 1815 Rb. in Gniezno, offiziell als „Rabbinatssubstitut“ (so nach einer Quelle von 1834). Der zeitweise reformfreundliche Gemeindevorstand gibt ihm bei der Synagogeneinweihung am 8. Okt. 1846 keine Funktion und beruft 1847 an seiner Statt den modernen Prediger Dr. Julius Gebhard, was zu schweren Richtungskämpfen führt und 1852 mit der Abdankung Gebhards endet. W. übernahm erneut die Verwaltung des Rabbinats. 1864 in den Ruhestand.
Dokumente
AP Poznañ, Oddział w GnieŸnie, Rep. 231 (Mag. Gniezno), Nr. 1165 Kultus und Synagogenordnung 1846-1903.
Manuskripte
Unter dem Namen „Moses Waldmann“: ¯IH Warschau Q 22/2 [IMHM 11864] Auslegungen zur Aggada, geschr. in Płock 1825
Siehe auch ebd., Ms. 18/1 (anonym) eine Sammlung biblischer und aggadischer Auslegungen [IMHM 11.860].
Literatur
„Verzeichniß der [...] Synagogen-Gemeinden“, 1858, S. 57, für 1.750 Seelen
Heppner und Herzberg, S. 408
Posner, Gnesen, S. iii, 10; sein Begräbnis wurde von Feilchenfeld (Posen) und Jakob Kohn (Inowrocław) sehr feierlich zelebriert
Herzberg, Juden in Bromberg S. 70 Anm. „Es wird erzählt, daß, als Dr. G[ebhardt] zum ersten Male die Kanzel im Gnesener Tempel bestieg, der bisherige Rabbiner Waldstein in der sogenannten ’Owelbank’, d. i. die für Trauernde reservirte Bank in der letzten Reihe, Platz nahm, gefolgt von seinen Anhängern“; vgl. den höhnischen Kommentar in Orient 1847, S. 321: „wer G. nicht hören mag, kann hübsch ruhig daheim bleiben. Es geht ohne ihn auch. O es geht sehr gut. Wie gut wär’s, wenn man überall die Schwarzen aus der Synagoge bannen könnte!“- PK Poznañ-Pomerania, S. 48.