Sohn des Ascher, aus armer Familie in Wallerstein, 1756 Vizerabbiner (moreh s. ädäq) in Schnaittach als Vertreter des nach Fürth verzogenen oberpfälzischen Landesrb. Juda Emrich Gumperz
als dessen Nachfolger 1768 Landesrb. in Schnaittach. Verheiratet mit Sibilla Jacob, Vater des Bonner Lehrers Moyses aus Wallerstein (st. 1837) und Urgroßvater des Rb. Josua Wallerstein. Nach älterer Quelle soll er das Amt 1792 niedergelegt haben und nach 1799 in Bonn gestorben sein.
Publikationen
Ma’amar ’Avraham Homilien und Auslegungen zum Pentateuch; Mah. azeh ’Avraham, alphabetischer Index des Šulh. an ‘Aruch; Zära‘ ’Avraham moralisierende Homilien, in einem Band gedruckt Fürth 1757, 144 Bl
Die Schrift Mah. azeh ’Avraham wurde nachgedruckt als Anhang zu Ša‘ar ha-S. iyyun von Chaim Jakob b. Zwi, Wilna 1877; 2. Aufl. Cluj (Klausenburg) 1928; sowie als Plagiat durch Aron Israel Bremen, Ma‘arächäth ha-Šulh. an, Amsterdam 1881
Eine Approbation, datiert Schnaittach 1791; Löwenstein, Index, S. 201.
Literatur
Ghirondi und Nepi, S. 37
Weinberg, Oberpfalz, Bd. III, S. 146f
Schulte, Bonner Juden, S. 499
Hildesheimer, Qehillath Šnayit. a’ch, Bd. I, S. 50: „R. A. Wallerstein war von Natur eine schwacher Mann, der sich dem von den Behörden eingesetzten Ortsbeamten nicht widersetzen konnte. Deswegen setzten die Behörden auf Ersuchen der Juden den Obervorsteher Anschel Levi ein. R. A. Wallerstein, dem de jure die Gerichtsbarkeit zukam, stand aber in Wirklichkeit ganz unter dem Einfluß des überaus energischen Vorstehers“
Brocke/Bondy, Bonn-Schwarzrheindorf, S. 319. Daß W. nicht in Bonn starb, scheint auch sein Fehlen im dortigen Memorbuch zu belegen.