BHR Biographisches Portal der Rabbiner

WANEFRIED, Menachem, gen. M. Katz PROSSNITZ

  • Geb. ca. 1795 in Prostìjov (Proßnitz), Mähren,
  • Gest. 24. Feb. 1891 in Deutschkreuz, Burgenland
  • Sohn des Elieser Katz W., dessen Vater Samuel aus Wanfried in Hessen nach Mähren gekommen und sich mit einer Enkelin des Wiener Hoffaktors Samson Wertheimer verheiratet hatte. Zehnjähriges Talmudstudium an der Jeschiwa von Moses Sofer in Preßburg, zeitweise als Lieblingsschüler des Meisters in dessen Haus aufgenommen
  • Heirat mit Hinde Frenk, Tochter des Sekretärs und Beglaubten der Preßburger Gemeinde, Issaschar-Bär F., welcher ihm weitere sieben Jahre Studium bei Sofer ermöglicht. Nach seiner frühen Verwitwung heiratet er die Schwester seiner Frau, Bracha Frenk (st. 1880). Ca. 1834 Rb. in Rajka (Ragendorf) bei Preßburg
  • 1835 von Moses Sofer ordiniert. Da er in der Nähe seines Lehrers bleiben wollte, lehnt er Berufungen in größere Gemeinden ab
  • erst 1840, nach Sofers Tod, wird er Rb. in Deutschkreuz. Leitet dort eine Jeschiwa von über hundert Schülern (Fuks I 579)
  • als Vertreter des orthodoxen Judentums Ungarns hatte er insgesamt dreizehn Audienzen bei Kaiser Franz-Josef
  • agierte gegen den jüd. Kongreß von 1868 und war 1870 Gastgeber der orthod. Rabbinervers. Ungarns. Ist noch im Alter aktiv in der Abwehr der Ritualmordanklage (1882) und bei der Hilfe für die russischen Juden. In Ungarn wurde er nach seinem Geburtsort Mendel Prostitz genannt.

Manuskripte

  • Die umfangreiche handschriftliche Überlieferung seines Werkes ging zur Zeit des Holocaust verloren. Einige Fragmente im Besitz der Familie, daraus ediert Tuvia Joel Steiner, „Be‘inyan h. as. i ši‘ur usefeqa’ de’orayyta’“, Moriyyah XIV,5-8 (1985), S. 56-63 (mit einer Kurzbiographie).

Publikationen

  • Halachische Korrespondenz mit M. Sofer in dessen Responsen, HM Nr. 125; Qoves. Nr. 71 (48).

Epigraphik

  • Grabinschrift bei Leopold Moses, „Inschriften und Urkunden aus den Siebengemeinden (Schewa Kehilot)“, JJLG 18 (1926), S. 305-326; 19 (1928), S. 195-221; siehe S. 318.

Bildmaterialien

  • JNUL Jerusalem, Schwadron Collection, „Katz, Menachem“ (Bildnis).

Literatur

  • Lasar Horwitz, Yad ’Äl‘azar, Wien 1870, Vorwort
  • Greenwald, Lifelagoth Yiœra’el beHungaryah, S. 78
  • Schwartz, Šem ha-Gedolim me’äräs. Hagar, Mem, Nr. 45
  • Wachstein, Mafteah. hahäspedim, I, S. 40
  • Moses, „Inschriften und Urkunden“, S. 318f
  • Schreiber, ’Iggeroth Soferim, Bd. II, S. 94
  • EJ dt. IX 1068
  • EJ eng. X 825
  • Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. XI (1983), S. 134, Nr. 2282
  • Sefär toledoth weh. idduše Rabbi Menah. em KaS. Prost. is. , Bne Brak 1990, mit weiteren Nachlaßresten
  • Kinstlicher, Hä-“H. atham Sofer“ uvene doro, S. 260
  • Spitzer, Deutschkreuz, S. 102-107.