Sohn des Juda-Levin, verheiratet mit Hanle, Tochter des Hanauer Rb. Benjamin Kronstadt, 1799 Rb. in Gelnhausen
sein Sprengel erstreckte sich auch auf die Ämter Meerholz, Wächtersbach und das bayerische Amt Bad Orb. Kabbalistischer Wundertäter
zur napoleonischen Zeit soll er mit seinem Stab, der voller Gottesnamen war, einen Stadtbrand aufgehalten und einen Kosakentrupp vertrieben haben.
Dokumente
StA Marburg, Abt. 82c, Nr. 936, vom 14. Mai und 11. Juni 1810, mit Gesuchen um Entschädigung für die Inventuren, die seit der Einführung kurhessischen Judenrechts nicht mehr zu seinem Aufgabenbereich gehören, so daß er sich seither „mit dem kaum die Summe von 200 fl. betragenden jährlichen Einkommen als ein sehr bejahrter Mann mit meiner Frau eingeschränkt behelfe“. Er zeichnet „Samuell Levin, zeitlicher Rabbiner der Stadt und Burg Gellenhaußen“
StA Marburg, 82c/937, vom 23. Mai und 2. Juni 1817, Todesmeldung
CAHJP Jerusalem, Inv. 4669 „Bericht aus dem Leben des Hochwuerdigen Rabbi Samuel Ben Yehudo aus Warburg Secher Zadik Livrochoh in Gelnhausen“, von Rudolf Scheuer, datiert Gelnhausen, 15. Elul 5696 (2. Sept. 1936), 3 S.; veröffentlicht in Festschrift Synagoge Gelnhausen, Gelnhausen 1986, S. 49f
Die Bibliothek wurde erst 1864, nach dem Tod der letzten Enkelin, an den J. Kaufmann-Verlag in Frankfurt veräußert; einzelne Erinnerungsstücke, so den wundertätigen Stab, erhielt Rabbiner Dr. Sondheimer in Heidelberg.
Publikationen
Zikkaron T. ov zum Talmudtraktat Ro’š ha-Šanah. Das Ms. befand sich in Gelnhausen und wurde 1938 der Jüd. Gem. Frankfurt übergeben.
Epigraphik
Grabstein auf dem jüd. Friedhof in Gelnhausen, lt. frdl. Mitteilung von Christa Wiesner, Gießen. Die Inschrift nennt W. hä-h. asid ha-‘anaw ha-ga’on ha-rav und fügt hinzu, er habe vor seiner Berufung nach Gelnhausen mehr als zwanzig Jahre lang das Rabbinat in der Q. Q. BW. geleitet (laut Wiesner: Q. Q. beWarburg; das dortige Rt. ist aber 1779-1805 durch Samuel b. Gerson Steg besetzt, so daß vielleicht besser Q. Q. Bockenheim zu lesen ist).
Bildmaterialien
Ein in Collagetechnik hergestelltes volkstümliches Bild, das ihn darstellen soll, wurde 1928 entdeckt und ist in den angeg. Artikeln reproduziert (Original verloren).
Literatur
Arnsberg, Hessen, Bd. I, S. 242
Gerhard Mühlinghaus, „Kunst und Geschichte der Synagoge Gelnhausen“, Udim 11/12 (1981/82), S. 105, es liege außer der mündlichen Überlieferung „keine genauere Literatur“ über seine Person vor