Sohn des Salomon W. und der Elisa Rosenbaum. Nach der Barmitzwa geht er nach Zell bei Würzburg zur Jeschiwa seines Großvaters Mendel Rosenbaum, kommt nach dem Tod des Vaters zurück nach Schwabach. Studien bei seinem Onkel Abraham Wechsler daselbst, daraufhin bei S. B. Bamberger in Würzburg, sodann mehrere Jahre bei Wolf Sofer in Preßburg gemeinsam mit David Hoffmann. 1866 Heirat mit seiner Kusine Clara-Grele Rosenbaum, Tochter des Elias-Raphael R. aus Zell, Niederlassung als Händler in Schwabach
dort Dajan und Lehrer an der Jeschiwa („Präparandenschule“) von Rb. Löb Wissmann. Kabbalist und Visionär von strenger Gebotspraxis
er verbietet z. B. die Herstellung von Bildnissen von seiner Person. Zog 1878 aus religiösen Skrupeln seine Bewerbung um das orthodoxe Frankfurter Gemeinderabbinat zurück, soll einen Ruf als orthodoxer Rb. in Paris abgelehnt haben. 1887 als Lehrer an die Präparandenschule in Höchberg, seine Hoffnung auf die Übernahme von Laz. Ottensosers Nachfolge erfüllt sich jedoch nicht. Von seinen sieben Kindern wanderte Salomon W. (1868-1945) 1888 nach Jerusalem aus und wirkte im Jüdischen Viertel der Altstadt lange Zeit als Rabbiner.
Manuskripte
Sein Nachlaß von Halacha und Responsen wurde bei den Kämpfen um die Jerusalemer Altstadt 1948 zerstört.
Epigraphik
Grabstätte auf dem jüd. Friedhof in Höchberg; er trägt hier den Titel eines dayyan.
Literatur
(pseudonym) Ein Wort der Mahnung an Israel um Beherzigung der Judenhetze und merkwürdige darauf bezügliche Träume von Jaschern milo Debor in Würzburg, Würzburg 1880; photomechanische Nachdrucke dieser raren Broschüre bei Strauss, The Rosenbaums, S. 61-122; und u. d. T. Devar ’Azharah leYiœra’el, Jerusalem 1991; letztere Ed. enthält S. xi-lxvii eine biograph. Einleitung von Rivka Horwitz, S. 1-41 hebr. Übersetzung von Naftali Bamberger Bar-Giora, S. 42-63 hebr. Briefe W.s, S. 68-126 Faksimile-Ausgabe. Unter den traumatischen Eindruck der antisemitischen Bewegung prophezeit W. die Vernichtung der deutschen Juden und ruft zur Massenauswanderung nach Palästina auf. Die orthodoxen Rabbiner S. R. Hirsch, Hildesheimer und M. Lehmann, sowie Benjamin Hirsch in Halberstadt und sein Schwiegervater sollten die Leitung des Exodus übernehmen
Halachische Korrespondenz mit Esr. Hildesheimer, in dessen Responsen, OH Nr. 6
JP 1879, S. 423, über seinen Talmudunterricht in Schwabach
Strauss, Rosenbaum, S. 36- 42
Scholem, „Die letzten Kabbalisten“, S. 228-239
PK Bavaria, S. 365, 465
Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. XI (1983), S. 142, Nr. 2393
Matthias Morgenstern, „Hile Wechsler als Mystiker der jüdischen Einheit“, Frankfurter judaistische Beiträge 24 (1997), S. 51-105
Ders., „Einheit durch Sünde. Hyle Wechsler, das Konzept eines Mystikers zur Überwindung der jüdischen Spaltung“, Judaica 55,1 (1999), S. 30-41
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 521, 524
Mitteilungen von Herrn Ralf Rossmeissl in Roth bei Nürnberg.