Sohn des Rb. Tia Weil, der seit 1770 das badische Oberlandesrabbinat bekleidet, Privatgelehrter in Karlsruhe, 1805-1808 Rabbinatsverweser in Karlsruhe, seine Wahl auf die Stelle des Vaters wird von der Regierung annulliert. Übt bis zu seinem Tod rb. Funktionen aus.
Dokumente
Verzeichnis vom 10. März 1799; siehe Juden in Karlsruhe, S. 544, Nr. 34: ist 45 Jahre alt, verh. mit Elkele, hat sechs Töchter
Verzeichnis von 1809 im GLA Karlsruhe 206/2210 gibt seines und seiner Frau Elkele Geburtsdatum sowie als Beruf: „Kein Commerce, wird vom Vater erhalten“
Seine Wahl in Karlsruhe an der Stelle seines Vaters wird von der Regierung hintertrieben: Die badischen Behörden sähen gegen die Wahl nichts einzuwenden, „wenn Nathan Weil nun auch mittelmäßige Eigenschaften des Körpers und Geistes besäße. Da er aber völlig krumm gewachsen ist, an einer Krücke gehen muß, und der deutschen Sprache nicht mächtig genug ist“, solle die Judenschaft einen anderen Rabbiner wählen (GLA Karlsruhe, 357/333, vom 21. April 1807)
In den Karlsruher Adreßbüchern erscheint er stets als „Rabbiner“, wohnhaft Kronenstr. 7 (1820, 1826, 1828); im Sterberegister nur als „Schriftgelehrter“ (GLA Karlsruhe, 390/2008).
Epigraphik
Grabstein in der Ehrenreihe des alten Karlsruher Friedhofs, Nr. 150, mit dem Titel MeHO- RaR ha-torani; siehe Döpp u. a., Alter Jüdischer Friedhof Karlsruhe, Kriegsstraße; Expl. ZAGJD Heidelberg.