Sohn des Simon-Simcha W., Schüler von Hirsch Janow in Biała (Zülz), Oberschlesien, 1768 Dajan in Leszno, 1777 Klausrb. in Berlin, seit 23. März 1784 zusätzlich Dajan im Berliner Bet-Din des Hirschel Lewin, 15. März 1786 kgl. Konzession als „publiquer Bedienter“. Seit Sept. 1800 ist er „Präfekt des jüdischen Gerichts“ (Rabbinatspräses), 2. Juli 1809 Wahl zum „Vize-Oberlandesrabbiner“ für Berlin und die Kurmark Brandenburg. Begründer des ersten preußischen Rabbiner- und Lehrerseminars, das am 18. Okt. 1825 in Berlin eröffnet wird. Seine Frau war Malka- Malchen Wagemeister (st. 1832), Tochter des Lewin W.
Dokumente
Dokument über Anstellung als Dajan bei Meisl (Hrsg.), Protokollbuch, Nr. 323.
Manuskripte
¯IH Warschau, Berlin 2: Akten des Vice-Ober-Land-Rabbiners M. S. Weyl, enthält Gutachten und Urteile, 1775-1826 (= Mikrofilm im CAHJP Jerusalem, HM 7392).
Publikationen
Opfer des Dankes. Predigt am Tage nach der Rückkehr Sr. Majestät des Königs, aus dem Hebr. von Isaac Levin Auerbach, Berlin 1809
Denkmal der Tugend. Predigt, den heiligen Andenken Ihrer Majestät der geliebten, hochverewigten Königin Luise Auguste Wilhelmine Amalie geweihet an Ihrem verwaisten Geburtstage, aus dem Hebr. von Isaac Levin Auerbach, Berlin 1811
Hoffnung und Vertrauen. Predigt wegen des Ausmarsches des vaterländischen Heeres, gehalten am 28sten März 1813 in Gegenwart mehrerer freiwilliger Jäger jüdischen Glaubens in der großen Synagoge zu Berlin, aus dem Hebr. von Isaac Levin Auerbach, Berlin 1813; anastatischer Nachdruck Berlin 1918
Gutachten gegen Juden, welche die mündliche Lehre verwerfen, den Namen Gottes ausprechen, die messianischen Passagen der Gebete tilgen oder mit unbedecktem Haupt beten, 8. Apr. 1818; bei Heinemann, Sammlung, 1831, S. 317-325
Halachische Korrespondenz mit Akiba Eger, in dessen Responsen, I, Nr. 23, 40, 64, 107, 110, 112, 154 ; II, YD Nr. 2, EE Nr. 6, HM Nr. 3, 9
Weitere Gutachten in den Sammlungen von Jakob Lorbeerbaum, M. S. Kohn (Bigde Kehunnah, Bl. 109v), Salomon Landsberg gen. Posner, Arje-Löb Breslau, Hirsch Samotsch, Noah von Lubraniec und Bendix Gomperz
Siebzehn Approbationen, datiert Berlin 1784-1825; Löwenstein, Index, S. 202.
Epigraphik
Inschriften der zerstörten Grabstätten für ihn und seine Frau bei Landshuth Nr. 274-275; insbesondere wird W.s kämpferischer Konservatismus hervorgehoben; hayah goder gader we‘omed ba-päräs. .
Bildmaterialien
JNUL Jerusalem, Schwadron Collection (Bildnis).
Literatur
Neuer Nekrolog der Deutschen 4 (1826), S. 798-800
L. Geiger, Berlin, S. 173, 189
MGWJ 28 (1879), S. 568-570
Walden, Šem ha-Gedolim hä-h. adaš, S. 88
Lewin, Lissa, S. 338-346
JE XII 513
Heppner und Herzberg, S. 611
Michael Holzmann, Geschichte der Jüdischen Lehrerbildungsanstalt in Berlin, Berlin 1909, S. 1-31
G. Weil in MGWJ 76 (1923), S. 385-389
JL IV2 1419
Wininger VI 275
Moritz Stern, „M. S. W., der letzte kurbrandenburgische Landrabbiner“, Jeschurun 13 (1926), S. 187-195, S. 290-308
Eliav, Jüdische Erziehung, S. 197, 278, 285, 376f
EJ eng. XVI 479
Sinasohn, Privatsynagogen, S. 16
Me’oran šäl Yiœra’el, Brooklyn 1990, S. 113f (mit Porträt S. 112)
Kinstlicher, Hä-“H. atham Sofer“ uvene doro, S. 248f, mit hebr. Schriftprobe
Brämer, Rabbiner und Vorstand, S. 59, 61, 150
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 43, 336-340, 373, 391, 398, 660.