Sohn des Dajan Abraham W., Jeschiwot von Fürth und Mainz
ehelicht in Baiersdorf seine Frau Babeth und ist im Handelsberuf tätig. 1812 vom Fürther Bet-Din ordiniert, Sept. 1813 Rb. in Floß. Unterwirft sich am 24. Nov. 1816 als erster Rabbiner Bayerns der vorgeschriebenen Rabbinerprüfung, vor Konsistorialrat Degen in Bayreuth besteht er sie mit „sehr gut“. Weiht am 22. Aug. 1817 die neue Synagoge in Floß mit einer dt. Predigt ein und bemüht sich um Modernisierung des Schulunterrichts, was später von Zunz und Graser besonders gelobt wird
1823 wird ihm einer der vier oberpfälzischen Rabbinatsdistrikte zugeteilt. Konflikte um Gehaltsfragen führen 1818 zu dem ersten gemeindlicherseits unternommenen Versuch, ihn abzusetzen
im selben Jahr Bewerber in Bamberg und in Kriegshaber bei Augsburg. Seit 1821 formiert sich eine traditionalistische Gemeindeallianz gegen W.
dieser zieht gegen die „fanatischen Geister und Schwärmer“ vor Gericht. In den Jahren 1825-30 machen ihm Gemeindeglieder schließlich vor Gericht erfolglos den Prozeß, um ihn „gänzlich abzuschaffen“.
Dokumente
CAHJP Jerusalem KGe 13, Nr. 1, 15 und 22, Protokolle, Bekanntmachungen, Akten
Ebd., Nr. 24 Anfrage wegen seiner Vermögensverhältnisse (1813)
Ebd., Nr. 25-26, Literalien zu den Personalakten
StA Augsburg, Regierung 11.860 vom 15. Okt. 1819, Bewerbung in Augsburg
CAHJP Jerusalem KGe 13 Nr. 23; GA II Nr. 381, 383-384, 386, 388; CJA Berlin 75 A Fl 2 Nr. 24-27 Beschwerden und Prozesse zwischen Rabbiner und Gemeinde.
Publikationen
Derašah wedivre musar lah. anukkath beth ha-kenäsäth ha-h. adašah poh Q. Q. Flå’s Š. Q. sedär Ki Thes. e’ 5577 / Rede am Tage der Einweihung der neuerbauten Synagoge bei der jüdischen Gemeinde zu Floß am 22sten August 1817, hebr./dt., Sulzbach 1818.
Literatur
Zunz, Gottesdienstl. Vorträge, S. 463
Kayserling, Jüdische Kanzelredner I 414
Weinberg, Oberpfalz, S. 101, 104
PK Bavaria, S. 170f
Höpfinger, Floß, S. 194f
Brämer, Rabbiner und Vorstand, S. 153-157
Hans K. Hirsch, „Der Rabbiner Aaron Guggenheimer“, in: Fassl (Hrsg.), Schwaben, Bd. II, S. 55
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 444, 485, fälschlich Abraham W.