BHR Biographisches Portal der Rabbiner

WOLFSSOHN, Wilhelm, Dr., auch Wolf W.

  • Geb. 25. April 1827 in Hildesheim,
  • Gest. 28. Dez. 1905 in Berlin
  • Sohn des Hildesheimer Landesrb. Aron Wolffssohn und der Johanna-Hinde Kisch, früh vom Vater verwaist. Besuch des Josephinums in Hildesheim, 27. Okt. 1847 imm. Berlin
  • Triennium unter Betreuung von J. J. Öttinger, Michael Sachs und Leop. Zunz am Lehrerseminar, Lehrer am Baruch Auerbachschen Jüdischen Waisenhaus in Berlin. 1851 Prediger, Religions- und Elementarlehrer in Pasewalk, Vorpommern, 27. Aug. 1861 prom. Jena
  • 1862 Religionslehrer in Kołobrzeg (Kolberg), Hinterpommern. Wegen des schlechten Gesundheitszustandes seiner Frau Sophia Wittkowsky (1837-1865), die aus Miłosław in der Prov. Posen stammte, suchte W. eine andere Stelle. 1863 Rb. in Aachen, Rheinprovinz. Nach seiner Verwitwung heiratete er 1868 wieder. 1875 Rb. in Stargard Szecziñski (Stargard in Pommern), 1900 in den Ruhestand nach Berlin. Ausgezeichnet mit dem Roten Adlerorden 4. Klasse. Nicht zu verwechseln mit dem Dichter Wilhelm Wolfsohn (1820-1865).

Dissertation

  • Rabbi Mose ben Nachmann (Ramban, Nachmanides) und sein Commentar auf den Pentateuch, Diss. Jena 1861.

Dokumente

  • UA Jena, M 373, Bl. 107-116, 178, 228, Promotionsakten mit Diss. (114 S.) und Vita
  • CJA Berlin, 75 A Pa 3 Nr. 40, Kontrakt in Pasewalk vom 1. Okt. 1851 (4 S.), Verlängerungen bis 1862 und Kündigung zum 1. Okt
  • Ebd., 75 A Sta 2 Nr. 56, unfoliert. Bewerbung in Stargard Szecziñski, 1857, mit Vita. Hat sich auch 1854 als Rel.-Lehrer in Wien beworben
  • Ebd., 75 A Ste 3 Nr. 66, fol. 68 Bewerbung in Stettin vom 28. Okt. 1859
  • PSA Brühl, Aachen St. 1865 Nr. 630, verzeichnet den Tod seiner ersten Frau am 9. Mai 1865 i. A. von 28 Jahren
  • CJA Berlin, 1, 75 A Sta 2 Nr. 47, fol. 51f erneute Bewerbung in Stargard vom 12. März 1875, mit Vita aus Aachen: „Der frei-conservativen Richtung in religiöser Beziehung zugethan, habe ich (freilich nicht ohne Kämpfe), wie ich glaube, segensreich hier gewirkt. Da aber in letzter Zeit diese Kämpfe sich wiederholten und einen religiös-radicalen Charakter annahmen, ich dagegen meiner religiösen Überzeugung, die ich kurzweg als die goldene Mittelstraße bezeichnen will, niemals untreu zu werden mir vorgenommen, so habe ich nach fast zwölfjähriger hiesiger Amtstätigkeit den gewiß nicht leichten Entschluß gefaßt, mich lieber nach einem andern Wirkungskreise umzusehen.“ Folgt fol. 51v Vertrag ab 1. Okt. 1875 auf 5 Jahre, fol. 79f Verlängerung ab 1. Febr. 1885 (fol. 153-155v)
  • CJA Berlin, Begräbniskartei Weißensee, danach geb. 23. Apr. 1827.

Literatur

  • „Verzeichniß der [...] Synagogen-Gemeinden“, 1858, S. 25f, „Prediger“ in Pasewalk für 326 Juden
  • Lippe 1879/81, S. 548
  • Bierganz und Kreutz, Aachen, S. 22
  • Lepper, Aachen, Reg
  • Diekmann (Hrsg.), Mecklenburg-Vorpommern, S. 168 („W. Wollfssohn“)
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 618.