Sohn des Schullehrers Gabriel W. und der Betty Fränkel, in armen Verhältnissen aufgewachsen, vermutlich Schüler der Fürther Jeschiwa, nach deren Schließung Okt. 1827 bis April 1829 Besuch der Jeschiwa von Oberrb. Abraham Bing in Würzburg
1830/31 zwei Semester Studium als Orientalist an der Univ. Würzburg, 1841 Distriktsrb. in Gersfeld/ Rhön, Unterfranken, mit 550 fl. Gehalt. Er heiratet in Thüngen 1841 Gitel Rifke Jasmin (1819- 1847) aus Theilheim bei Würzburg, dann in zweiter Ehe am 13. März 1848 Hannchen Tannenwald aus Schmalnau. Im Kompert-Prozeß 1864 unterzeichnet er auf Seiten der ungar. Trennungsorthodoxen. Nach der preuß. Annexion Gersfelds 1866 behält W. seinen nunmehr zwischen Bayern und der Provinz Hessen-Nassau geteilten Sprengel mit Genehmigung beider Behörden. Sein Antrag auf staatliche Unterstützung zu seinem geringen Gehalt wird 1881 aus Berlin abgelehnt.
Dokumente
CAHJP Jerusalem, D/Wu1/2, Bd. II, S. 34; W. ist unter den zwölf jüdischen Theologiestudenten, die Abraham Bing seit dem 24. Aug. 1827 für das Stipendium des Salomon Hirsch nominiert
Ebd., Bd. II, S. 37, Bings Studentenliste vom Nov. 1827
Ebd., Bd. II, S. 82, vom 25. Juni 1829, Attestat Bings
HStAWiesbaden, Abt. 365, Nr. 364, Jüd. Trauungsregister Gersfeld
StA Marburg, 100/3725, vom 16. Okt. 1853 erwähnt Bewerbung in Fulda
Sterbeakte beim Standesamt Gersfeld/Rhön.
Literatur
IA 1839, S. 408; AZJ 1840, S. 174, Wahl; 1860, S. 86, Spende für Philippsons Bibelanstalt
Lippe 1879/81, S. 548, hier mit Doktortitel
Gottfried Rehm, „Rabbinatsbezirk Gersfeld im 19. Jahrhundert“, Buchenblätter 63 (1990), S. 72, mit Hinweis auf weiteres Material aus dem StA Marburg