Sohn des späteren Fuldaer Rb. Salman W., Verwandter des gleichnamigen „Baalschem von Michelstadt“, Talmudstudium an der Jeschiwa von Fürth bei M. S. Kohn und Moses Hechheimer, dann um 1790 in Mainz als Studienfreund von Hirsch Kunreuther. Heirat mit Zerle Adler (gest. 1832), Tochter des Jeschiwaleiters Nathan A. aus Frankfurt/M. und Enkelin des Fürther Oberrb. David S.
seit ca. 1792 Gehilfe seines Vaters in Fulda, mit Dekret vom 7. März 1796 als solcher bestätigt, 1806 Nachfolger des Vaters als Rb. in Fulda mit 380 fl. Gehalt, nach der Zuteilung des Stifts Fulda an Nassau-Oranien war er 1809 für das Amt eines Landesrb. vorgeschlagen. Nach des Restauration Landesrb. für die ehem. fuldaischen Orte in Kurhessen, durch Beschluß vom 7. Sept. 1818 auch für die ehem. Ritterschaft Hünfeld
seit 1823 auch Führung der Standeslisten. Auseinandersetzungen mit Reformanhängern. Nach Prüfung bei Landesrb. Romann am 13. Jan. 1838 provisorisch eingesetzt als Provinzialrb. mit 600 fl. Gehalt. Sein Sohn Löb folgte ihm kurzzeitig im Amt
seine Tochter Kela war verheiratet mit dem späteren „Würzburger Raw“ S. B. Bamberger.
Dokumente
StA Marburg, 97c/538 Gesuch der Stadt- und Landjudenschaft, wegen der Bestellung eines Land-Oberrabbiners in der Person des Sohnes des verlebten vorigen hiesigen Rabbiners, Seckel Wormser, 1809
Ebd., 100/3724, über seine seit 1827 beantragte Ernennung zum Provinzialrabbiner. Mit Brief vom 17. März 1837 erklärt sich W. zur Ablegung der gesetzlichen Prüfung bereit, empfindet sie aber als ungerecht; „ein Mann, desen Weniges im juridische und ritualische Wesen und in hebräischer, caldäischer und deutscher Literatur auch auser seinen Sprengels nicht unbekannt, desen Diensteifer und Exactität bekannt ist und so lange Jahren im Dienste, und nicht mit Unehre, sich schmeicheln kann, steht, soll nun solche Zumuthung zu gewärtigen haben?“ Den Wünschen der Vorsteher nach Kultusreformen habe er im Rahmen des religionsgesetzlich Erlaubten entsprochen (Trauungen in der Synagoge, Traureden u. a.). Ebd., vom 20. Sept. 1833 Liste seiner Amtsgebühren
Ebd., 100/2932 mit Akten über den Ausschluß seiner Kandidatur um einen Sitz in der Prüfungskommission für jüd. Lehrer, 1833-34
HStAWiesbaden 365/344, Nr. 53, Familienbuch Fulda, nennt ihn ca. 1828 als Witwer
Ebd., 365/347, Sterberegister, „Herrn Provinzialrabiner J[sak] Wormser 70 J. 5 M.“- Memorbuch Fulda, zit. in den Resp. Zächär Œimh. ah (S. B. Bamberger) und in Moriyyah XVI, 11-12, S. 27: „we’af be’ah. arith šanaw šä-hayu lo ‘[al] y [ede] begidath ha-zeman šä-hay[ah] œone’ mi-kål hith. addešuth t. irdoth rabboth umach’ovoth, lo’ fasaq pumayyah mi-girsa’ weqibbel ha-kol be’ahavah gemurah“
CAHJP Jerusalem, Inv. 1185, Brief von Seligmann Bär Bamberger an W., Wiesenbronn, 2. April 1827; dessen Gedenkrede auf Zerle Adler, Ehefrau des Rb. Y. S. Wormser.