lernt bei seinem Vater und am Berliner Bet-Midrasch, Heidereutergasse, ordiniert von Jizchak Elchanan Spector (OR in Kaunas, Litauen), Studium in München und Berlin (Philosophie und orient. Sprachen), 1860-1862 Hörer an der Veitel-Heine-Ephraim’- schen Lehranstalt in Berlin, 1862 Promotion an der Univ. Leipzig. 1862-1873 erster Leiter der Israelitischen Realschule in Fürth. 1869 Befreiung vom Militärdienst wegen Kurzsichtigkeit. Okt. 1872 designierter Nachfolger seines Vaters und 1873 Rb. in Halberstadt
leitete dort eine kleine Jeschiwa. Kuratoriumsvorsitzender des Berliner RS
Vorstandsmitglied des ADR, Gründungsmitglied (1902
Konstitution 1897) und Vorsitzender der „Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands“ und der „Agudat Israel“. 1897 Unterzeichner der Erklärung gegen den Zionistenkongreß. 1910 Ausschußmitglied der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums in Deutschland e. V. Eine besondere Gabe betonte Rb. Daniel Fink (Wien) im Nachruf (Israelit 08.10.1901, S. 1697): „Die Leichtigkeit, mit welcher er fremde Sprachen beherrschte und in ihre besondere Geistesart eindrang, war uns ein Gegenstand immer erneuten Staunens.“ Verh. mit Rosa (1843-1932), der Tochter des Kommerzienrats Joseph Hirsch (1808-1871) aus Halberstadt
zwölf Kinder, darunter Rb. Dr. Selig Sigmund A. und Dr. Moses A. (1881-1976). Moses, zunächst Lehrer der Adass Jisroel in Berlin und Dozent am jüdischen Lehrerseminar in Köln, wurde 1909 Leiter des Schulwerks der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums in Petach Tikwa, Palästina, 1917 Leiter des orthodoxen jüdischen Mädchengymnasiums H. avas. eletin Warschau, 1918 Dozent an der Talmud-Tora-Lehranstalt in Köln, 1922 bis 1934 Dozent am Berliner RS, emigrierte dann nach Palästina und war ab 1947 Leiter einer jüdischen Schule in Tripolis.
Dokumente
CJA Berlin, 1, 75 E Nr. 297, fol. 1; 75 D Co 1 Nr. 4, fol. 9
Ebd. 75 C Ra 1 Nr. 2, fol. 4v.
GStA PK, Rep. 94 Nr. 792 H. 2.
Publikationen
„Trauerrede am Sarge der verewigten Frau Rabbiner Dr. Henriette Hildesheimer sel. A. gehalten von deren Neffen Rabbiner Dr. S. Auerbach, R. in Halberstadt (Nach der Erinnerung niedergeschrieben)“, Vier Trauerreden, gehalten zu Ehren der am 16. Siwan 5643 hingeschiedenen Frau Rabb. Dr. Henriette Hildesheimer geb. Hirsch. Vom Gatten und deren Kindern im Manuskript gedruckt und Verwandten und Freunden als Gedenkblätter verehrt, Berlin 1883, S. 3-10.
Epigraphik
Begraben in Halberstadt.
Bildmaterialien
Israelit 26.09.1901 (Jg. 42, Nr. 76/77), S. 1659
Hartmann, Halberstadt 5, 1994, S. 9.
Literatur
Berliner Vereinsbote. Central-Organ für die jüdischen Vereine Berlins (hrsg. von Emil Flanter) 16.07.1897 (Nr. 29), o. S
Israelit 26.09.1901 (Jg. 42, Nr. 76/77), S. 1664f
Israelit 08.10.1901 (Jg. 42, Nr. 78/79), S. 1695-1697
Israelit 10.10.1901 (Jg. 42, Nr. 80), S. 1735f
Israelit 14.10.1901 (Jg. 42, Nr. 81), 1759f
Israelit 17.10.1901 (Jg. 42, Nr. 82), 1783f
IR 18.10.1901 (Nr. 41), o. S., Sammy Gronemann (als Bachur, 1894): „Er war ein pädagogisches Genie; ohne dass auch nur einen Augenblick für einen der Hörer das Interesse erlahmte, ging er keinen Schritt weiter, ehe er nicht gewiß war, dass ihm Alle – auch die minder Begabten – bis dahin gefolgt waren.“- Israelit 24.10.1901 (Jg. 42, Nr. 84), 1831f
Israelit 18.11.1901 (Jg. 42, Nr. 91), S. 1990f
A. Fürst, „Die jüdischen Realschulen Deutschlands“, MGWJ 59 [NF 22] (1914), S. 430-453 u. 513-541, hier S. 529f
„Abschied für Rabbiner Dr. Auerbach”, CVZ 04.01.1935 (Jg. 14, Nr. 1), S. 8
Siegfried M. Auerbach, The Auerbach Family, 1957, S. 62
Schwab, Chachme Ashkenaz, 1964, S. 18
H. B. Auerbach, „Die Halberstädter Gemeinde ...“, 1967, S. 140