BHR Biographisches Portal der Rabbiner

AUERBACH, Sigmund Selig Aviëzri, Dr.

  • Geb. 24. Dez. 1840 in Darmstadt,
  • Gest. 21. Sept. 1901 in Halberstadt.
  • Sohn des Halberstädter Rb. Benjamin Hirsch A.
  • Gymnasium Darmstadt
  • lernt bei seinem Vater und am Berliner Bet-Midrasch, Heidereutergasse, ordiniert von Jizchak Elchanan Spector (OR in Kaunas, Litauen), Studium in München und Berlin (Philosophie und orient. Sprachen), 1860-1862 Hörer an der Veitel-Heine-Ephraim’- schen Lehranstalt in Berlin, 1862 Promotion an der Univ. Leipzig. 1862-1873 erster Leiter der Israelitischen Realschule in Fürth. 1869 Befreiung vom Militärdienst wegen Kurzsichtigkeit. Okt. 1872 designierter Nachfolger seines Vaters und 1873 Rb. in Halberstadt
  • leitete dort eine kleine Jeschiwa. Kuratoriumsvorsitzender des Berliner RS
  • Vorstandsmitglied des ADR, Gründungsmitglied (1902
  • Konstitution 1897) und Vorsitzender der „Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands“ und der „Agudat Israel“. 1897 Unterzeichner der Erklärung gegen den Zionistenkongreß. 1910 Ausschußmitglied der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums in Deutschland e. V. Eine besondere Gabe betonte Rb. Daniel Fink (Wien) im Nachruf (Israelit 08.10.1901, S. 1697): „Die Leichtigkeit, mit welcher er fremde Sprachen beherrschte und in ihre besondere Geistesart eindrang, war uns ein Gegenstand immer erneuten Staunens.“ Verh. mit Rosa (1843-1932), der Tochter des Kommerzienrats Joseph Hirsch (1808-1871) aus Halberstadt
  • zwölf Kinder, darunter Rb. Dr. Selig Sigmund A. und Dr. Moses A. (1881-1976). Moses, zunächst Lehrer der Adass Jisroel in Berlin und Dozent am jüdischen Lehrerseminar in Köln, wurde 1909 Leiter des Schulwerks der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums in Petach Tikwa, Palästina, 1917 Leiter des orthodoxen jüdischen Mädchengymnasiums H. avas. eletin Warschau, 1918 Dozent an der Talmud-Tora-Lehranstalt in Köln, 1922 bis 1934 Dozent am Berliner RS, emigrierte dann nach Palästina und war ab 1947 Leiter einer jüdischen Schule in Tripolis.

Dokumente

  • CJA Berlin, 1, 75 E Nr. 297, fol. 1; 75 D Co 1 Nr. 4, fol. 9
  • Ebd. 75 C Ra 1 Nr. 2, fol. 4v.
  • GStA PK, Rep. 94 Nr. 792 H. 2.

Publikationen

  • „Trauerrede am Sarge der verewigten Frau Rabbiner Dr. Henriette Hildesheimer sel. A. gehalten von deren Neffen Rabbiner Dr. S. Auerbach, R. in Halberstadt (Nach der Erinnerung niedergeschrieben)“, Vier Trauerreden, gehalten zu Ehren der am 16. Siwan 5643 hingeschiedenen Frau Rabb. Dr. Henriette Hildesheimer geb. Hirsch. Vom Gatten und deren Kindern im Manuskript gedruckt und Verwandten und Freunden als Gedenkblätter verehrt, Berlin 1883, S. 3-10.

Epigraphik

  • Begraben in Halberstadt.

Bildmaterialien

  • Israelit 26.09.1901 (Jg. 42, Nr. 76/77), S. 1659
  • Hartmann, Halberstadt 5, 1994, S. 9.

Literatur

  • Berliner Vereinsbote. Central-Organ für die jüdischen Vereine Berlins (hrsg. von Emil Flanter) 16.07.1897 (Nr. 29), o. S
  • Israelit 26.09.1901 (Jg. 42, Nr. 76/77), S. 1664f
  • Israelit 08.10.1901 (Jg. 42, Nr. 78/79), S. 1695-1697
  • Israelit 10.10.1901 (Jg. 42, Nr. 80), S. 1735f
  • Israelit 14.10.1901 (Jg. 42, Nr. 81), 1759f
  • Israelit 17.10.1901 (Jg. 42, Nr. 82), 1783f
  • IR 18.10.1901 (Nr. 41), o. S., Sammy Gronemann (als Bachur, 1894): „Er war ein pädagogisches Genie; ohne dass auch nur einen Augenblick für einen der Hörer das Interesse erlahmte, ging er keinen Schritt weiter, ehe er nicht gewiß war, dass ihm Alle – auch die minder Begabten – bis dahin gefolgt waren.“- Israelit 24.10.1901 (Jg. 42, Nr. 84), 1831f
  • Israelit 18.11.1901 (Jg. 42, Nr. 91), S. 1990f
  • A. Fürst, „Die jüdischen Realschulen Deutschlands“, MGWJ 59 [NF 22] (1914), S. 430-453 u. 513-541, hier S. 529f
  • „Abschied für Rabbiner Dr. Auerbach”, CVZ 04.01.1935 (Jg. 14, Nr. 1), S. 8
  • Siegfried M. Auerbach, The Auerbach Family, 1957, S. 62
  • Schwab, Chachme Ashkenaz, 1964, S. 18
  • H. B. Auerbach, „Die Halberstädter Gemeinde ...“, 1967, S. 140
  • EJ engl. III, S. 844
  • Hartmann, Halberstadt 1, 1988, S. 29
  • Prestel, Erziehungswesen, 1989, S. 247
  • Hildesheimer, Rabbiner, 1993, S. 17
  • Gronemann, Erinnerungen, 2002, S. 88f., 147.