Seit dem 14. Lebensjahr vierjährige Ausbildung an der israelitischen Lehrerbildungs-Anstalt Düsseldorf, danach ein Jahr als Lehrer tätig. Die Unterstützung durch seinen Gönner Samuel Bielefeld aus Ruhrort bei Duisburg ermöglichte ihm die Übersiedlung nach Berlin zur Vorbereitung auf das akademische und rabbinische Studium. 1875- 1878 Präparandie am RS, 1878 Gymnasium Fulda, 1879 Abitur. 1879-1882 Studium an RS und Univ. Berlin. 1882 Promotion in Leipzig, Frühjahr 1883 ordiniert von Hildesheimer und Hoffmann in Berlin, sowie Feilchenfeld in Posen. 1883 Rb. in Koschmin (KoŸmin), Posen, 1884 Bewerbung in Rawitsch, Sept. 1885 bis Okt. 1934 Rb. in Prenzlau, Brandenburg. 1885 Heirat mit Madchen Wertheim (1863/Fulda-1943/Theresienstadt). Mitglied im ADR und im Deutschen Reichsverband jüdischer Religionslehrer
1896 Gründungsmitglied des Rabbinerverbandes der Provinz Brandenburg
Mitglied der Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands. 1913 Vorsitzender des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur in Prenzlau
Mitglied des Uckermärkischen Museums- und Geschichtsvereins. Okt. 1934 pensioniert. Zog im Nov. 1934 nach Moers am Niederrhein zu seinem 1887 in Prenzlau geborenen Sohn, dem Arzt Dr. Hermann Bähr
25. Juli 1942 zusammen mit seiner Frau, dem Sohn sowie dessen Frau Helene und seinem Enkel nach Theresienstadt deportiert. Todestag und -ort des Sohnes sind unbekannt, Helene wurde im KZ Auschwitz ermordet, der 1922 geborene Enkel, Günther Bähr, 1945 auf dem Todesmarsch von Auschwitz nach Gleiwitz.
Dissertation
Das Gesetz über falsche Zeugen nach Bibel und Talmud, Diss. Leipzig 1882 (Berlin; rez. von Immanuel Deutsch, JLB 11.08.1883).
Dokumente
CJA Berlin, 1, 75 C Ra 1 Nr. 20, fol. 1, 43
Ebd. 75 C Ra 1 Nr. 2, fol. 4v
Ebd. 75 D Co 1 Nr. 6, fol. 93
Ebd. 75 A Ra 5 Nr. 13, fol. 82
StA Hamburg, Bestand 741-4 (Fotoarchiv), Sa 1043: Jüd. Gemeinden 210 Bd. 1, fol. 99a-106 (1891 Bewerber in Altona, wird zur Probepredigt eingeladen).
Publikationen
„Ein Sprichwort des Midrasch“, IM 10.12.1885
„Eine auffallende Selichah-Stelle“, IM 06.09.1898
„Aus der älteren Geschichte der Juden in Prenzlau“ (Vortrag), Prenzlauer Zeitung und Kreisblatt, um 1900; auch als Sepr.-Druck (34 S.) [JNUL S54B997]; 3. Nachdruck, zusammengestellt von Gerhard Kegel und mit weiterführender Literatur versehen, April 1993
„Das ‚Kainszeichen’. Versuch einer Erklärung von Gen. 4, 15“, Jeschurun [NF] 1 (1914).
Bildmaterialien
IFH 14.01.1915 (Nr. 2), S. 3, als Feldrabbiner
IFH 29.04.1926 (Nr. 17), S. 3
IFH 23.04.1931 (Nr. 17), S. 3
JLZ 13.05.1931 (Jg. 11, Nr. 18/19), S. 7
JLZ 12.10.1934 (Jg. 14, Nr. 82/83), S. 2, zur Pensionierung
IFH 18.10.1934 (Nr. 42), S. 13
Lowenthal (Hrsg.), Bewährung, 1965, Fotoseite 3.
Literatur
Israelit 10.07.1902 (Nr. 55), S. 1173
Israelit 05.01.1905 (Nr. 2), S. 21
JJGL 16 (1913), S. 30
Israelit 15.04.1926 (Jg. 67, Nr. 16), S. 6
IFH 29.04.1926 (Nr. 17), S. 3
IFH 23.04.1931 (Nr. 17), S. 3
IFH 18.10.1934 (Nr. 42), S. 13
Lowenthal (Hrsg.), Bewährung, 1965, S. 20f
Lowenthal, Preußen, 1982, S. 23
Tetzlaff, Kurzbiographien, 1982, S. 16
Gedenkbuch 1, S. 56
Walk, Kurzbiographien, S. 17
Gerhard Kegel, „Dr. Oskar Bähr und seine Familie. Menschen, die ausgelöscht wurden“, Uckermärkische Hefte 2 (1990), hrsg. vom Uckermärkischen Geschichtsverein zu Prenzlau e. V., S. 207f
Diekmann und Schoeps (Hrsg.), Diekmann und Schoeps (Hrsg.), Wegweiser Brandenburg, 1995, S. 6, 209, 213