Sohn des Bezirksrabbiners Seligmann Bär B. und der Kela Wormser, Vater von Simcha Simon B. und dem früh verstorbenen Herz B.
1878 RV, seit 1880/81 Bezirksrb. in Würzburg, 1880-1919 ehrenamtlicher Leiter der dortigen ILBA und der Jeschiwa für die an der Univ. studierenden Rabbinatskandidaten, wo „er in der vierzigjährigen Amtszeit auch nicht einen Tag Urlaub nahm und seine Erholung nur in seinem Lernzimmer finden konnte und wollte“ (Israelit 1919, Nr. 18, S. 4). 1914 Träger des „Verdienstordens vom Heiligen Michael II. Klasse“, 1918 dekoriert mit dem „Verdienstkreuz für Kriegshilfe“. Um 1906/ 1910 Ausschußmitglied der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums
Ausschußmitglied der Freien Konferenz der bayerischen Rabbiner. Mitglied im Hebräischen Literaturverein Mekize Nirdamim, aktiv für die Palästinasiedlung. Er war verheiratet mit Hanna Perlstein (gest. 1943 in Malmö, Schweden)
sein Sohn Simcha Simon wurde Rb. in Wandsbek
sein Sohn Herz (1873-1902) schlug ebenfalls die rabbinische Laufbahn ein, studierte in Berlin bei Biberfeld und an der Univ. und wurde 1897 in Würzburg promoviert
seine Dissertationsschrift behandelte Das Tier in der Philosophie Schopenhauers. B.’s Schwiegersöhne waren die Rabbiner Menachem Magnus Weinberg in Neumarkt, Oberpfalz, und Abraham Schweizer in Weikersheim, Württemberg.
Dokumente
CJA Berlin 1, 75 C Ra 1 Nr. 5, fol. 223; 75 E Nr. 286, fol. 1; 75 D Co 1 Nr. 4, fol. 9; 75 A Ho 1 Nr. 1, fol. 25, 33, 34
CAHJP Jerusalem D/Wu 1 17
StA Würzburg: Nr. 7161, Personalia S. B. und Nathan Bamberger.
Publikationen
Pequdat ha-Lewiyim (Hrsg., zus. mit seinem Bruder Simon-Simche B.), Mainz 1864
Leitfaden für den Religionsuntericht in der israelitischen Schule, Würzburg 1880; 3. verm. und verb. Aufl. 1894; 5. Aufl. 1900; 6. verm. Auflg 1904; 8. verm. und verb. Aufl. 1913; 9. Aufl. Frankfurt/M. 1918
„Verehrte Redaktion“, Jeschurun (Frankfurt) [AF] 20 (1887), S. 815
Rabbiner Seligmann Bär Bamberger, dessen Leben und Wirken, Würzburg 1897 (rez. von M. Kayserling, AZJ 30.12.1898 [Jg. 62, Nr. 52])
Liqute ha-Lewi (über den Würzburger Minhag), Berlin 1907 (rez. in IFH 07.03.1907; Israelit 11.04.1907 (Nr. 15), S. 11.
Bildmaterialien
IFH 07.03.1912 (Nr. 10), S. 11
IFH 01.05.1919 (Nr. 18), Steiniger, Fiche 045/26
PK Bavaria, S. 481.
Literatur
Herz Bamberger, Geschichte der Rabbiner der Stadt und des Bezirkes Würzburg, hrsg. v. Simon Bamberger, Wandsbek 1905, S. 73ff
Israelit 18.05.1905 (Jg. 46)
Gottlieb, Ohole šem, S. 489
IFH 07.03.1912
Israelit 17.10.1918 (Jg. 59, Nr. 42), S. 5
Distrikts-Rabbiner Nathan Bamberger. Ein Büchlein schmerzvoller Erinnerung. Hrsg. von Freunden und Verehrern, Würzburg 1919
IFH 01.05.1919
Israelit 08.05.1919 (Jg. 60, Nr. 18), S. 3f
GB 09.05.1919 (Jg. 83, Nr. 19), S. 4
DIZ 15.05.1919
IFH 15.05.1919
Israelit 29.04.1920 (Jg. 61, Nr. 17), S. 6, zur ersten Jahrzeit
Magnus Weinberg, Die Memorbücher der jüdischen Gemeinden in Bayern, Bd. 1, München 1937, S. 58f
PK Bavaria, S. 480
Ophir und Wiesemann, Bayern, 1979, S. 15f., 434
Heuer, Bibliographia 1, S. 18
Walk, Kurzbiographien, S. 19
Prestel, Erziehungswesen, 1989, S. 31, 194, 294, 352
Strätz, Würzburger Juden, 1989, S. 71f
Roland Flade, Die Würzburger Juden. Ihre Geschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, 2. Aufl. 1996, S. 157f