Sohn des Rb. Isaak Selig B. und der Julie Klein, Tochter des Colmarer OR Salomon Klein
Enkel des Würzburger Raws Seligmann-Bär Bamberger. Besuch der Samson-Raphael-Hirsch-Realschule, 1887 Abitur am Goethe-Gymnasium in Frankfurt a. Main, 1887-1891 Univ. Berlin und rabb. Studien bei Abraham Biberfeld
25. Sept. 1891 Promotion in Leipzig „magna cum laude“. Ableistung des militärischen Dienstjahres
Abschluß der rabbin. Ausbildung in Frankfurt a. M.
Febr. 1894 Rb. der IRG in Bingen, Juli 1895 Rb. in Burgpreppach
heiratete die Tochter des verstorbenen Fürther Waisenhausdirektors Dr. Königshöfer (fünf Kinder)
Jan. 1901 Provinzialrabbiner in Hanau. Mitglied des orthodoxen Rabbinerverbandes, der Freien Konferenz der bayerischen Rabbiner, der Freien Vereinigung für die Interessen des orthoxen Judentums und des Bundes gesetzestreuer Gemeinden
Mitbegründer und Vorsitzender der Jüdischen Literarischen Gesellschaft in Frankfurt a. Main und Redakteur ihrer Jahrbücher
Mitglied im Hebräischen Literaturverein Mekize Nirdamim und seit 1917 im Waisenrat des Israelitischen Zentral- Waisen- und Mädchenheims zu Bad Ems
tätig in der Lehrerfortbildung und in der Agudas Jisroel. Sympathisant der Deutsch-Holländischen Palästinaverwaltung. 1906 Unterzeichner der Erklärung „Gegen die Organisationsbestrebungen des Gemeindebundes“. Im 1. WK Seelsorger in den Garnisonen, Lazaretten und Gefangenenlagern seines Bezirks. Der Israelit (11.11.1920, S. 3) resümierte: „Er war kein Streiter, aber ein Sieger.“ Zu seinem Andenken gründete die Jüdisch-literarische Gesellschaft 1921 die „Dr. Salomon-Bamberger-Stiftung“, deren Erträge zur Herausgabe wissenschaftlicher judaistischer Arbeiten und zur Unterstützung jüdischer Gelehrter verwendet wurden.
Dissertation
Maimonides’ Commentar zum Tractat Kilajim, Diss. Leipzig 1891 (Berlin).
Dokumente
CJA Berlin, 1, 75 E Nr. 286, fol. 1.
Publikationen
Historische Berichte über die Juden der Stadt und des ehemaligen Fürstentums Aschaffenburg, Straßburg 1900
„Die neuesten Veröffentlichungen aus dem arabischen Mischnakommentar des Maimonides“, JJLG 1 (1903), S. 285-312, und 2 (1904), S. 351-397
„Sadducäer und Pharisäer in ihren Beziehungen zu Alexander Jannai und Salome“, JJLG 5 (1907), (rez. in Israelit 14.11.1907 [Jg. 48, Nr. 46])
„Gebetbuch und Tradition“, Freie Vereinigung f. die Interessen des orthodoxen Judentums, 1908
„Šiyure minh. a, Die bisher unedierten Teile von Maimonides Mischnah-Commentar zu Rosch Ha-schanah“, FS Hoffmann, 1914, S. 433f (dt.), 248-260 (hebr.)
„Nicht ‚taitsch’, sondern ‚harzig’“, Israelit 02.12.1920 (Jg. 61, Nr. 48), S. 3. Hrsg. von Heimann Kotteks Geschichte der Juden und von zwei Bänden von Isaac Halevys Dorot ha-rišonim.
Epigraphik
Begraben auf dem jüd. Friedhof in Hanau, Feld 12/34/1; Der jüdische Friedhof in Hanau (Hanauer’sche Geschichtsblätter 42), Hanau/Wiesbaden 2005, S. 482, Abb. S. 483; seine Grabinschrift (hebr.) lautet: Gezückt war sein Schwert zu kämpfen den Kampf des Bildners der Berge / Entflammt sein Wort wider Verächter der Tora und die Spötter / Nicht rechts, nicht links wich er ab vom Brauch seiner geradsinnigen Väter [...].
Literatur
Israelit 29.07.1897 (Jg. 38, Nr. 60), S. 1165
Israelit 20.08.1900 (Jg. 41, Nr. 67), S. 1371
Israelit 18.10.1900 (Jg. 41, Nr. 82/83), S. 1679
Israelit 17.02.1902 (Jg. 43, Nr. 14), S. 316
Israelit 09.02.1911 (Jg. 52, Nr. 6)
Israelit 11.11.1920 (Jg. 61, Nr. 45), S. 3f., Nachruf
Israelit 02.12.1920 (Jg. 61, Nr. 48), S. 7
Dr. Salomon Bamberger, zusammengestellt im Auftrag des Vorsteheramtes der Israeliten zu Hanau a. M., Hanau 1921
Israelit 24.11.1921 (Jg. 62, Nr. 47), S. 8f., zur ersten Jahrzeit
Israelit 13.11.1930 (Jg. 71, Nr. 46), S. 14, zur 10. Jahrzeit
Magnus Weinberg, Die Memorbücher der jüdischen Gemeinden in Bayern, Bd. 1, München 1937, S. 152f