Gest. 26. Feb. 1866 in Leszno (Lissa), Prov. Posen
Sohn des Rb. Jacob A.
Talmudstudien und Schulbesuch in Wschowa und Glogau, sodann in Leszno Lieblingsschüler und Vertrauter des Oberrb. Jakob Lorbeerbaum. Heirat mit Reisel Moll (st. 1833), Tochter des Kaufmanns Löb Wolf M., von der er acht Kinder hatte. Als Leiter einer eigenen Jeschiwa wird er während der langen Rabbinatsvakanz in Leszno (1821-1864) 1828 auch als Dajan mit 150 Tl. Gehalt genannt, einen Ruf nach Wschowa lehnt er 1833 ab. 1845 wird er Rabbinatsverweser in Leszno.
Dokumente
GStA Berlin, Rep. 76-III, Sekt. 7, Abt. XVI, Posen Nr. 1, vol. II, fol. 77v, vom 4. Juli 1832, nennt „Hirsch Fraustad“ unter den sechs in Leszno wirkenden Talmuddozenten.
Publikationen
Vier Approbationen, datiert Leszno 1845-49; bei Löwenstein, Index, S. 1.
Literatur
AZJ 1845, S. 638, ein „großes Zerwürfnis“ begleitet seine Anstellung als Rabbinatsverweser an der Stelle des verstorbenen Vorgängers, „indem eine große Partei einen wissenschaftlich gebildeten [Rb.] berufen will“
AZJ 1858, S. 632, zum 70. Geburtstag
„Verzeichniß der [...] Synagogen- Gemeinden“, 1858, S. 44, zuständig für 3.500 Juden
Nekrolog AZJ 1866, Beilage zu Nr. 12: Er habe „Jahrzehnde lang eine - bald kleinere, bald größere - Anzahl wißbegieriger Hörer um seinen Lehrtisch vereinigt gesehen“. Zu seiner Beisetzung kamen die Rb. Baeck aus Leszno, Feldblum aus Œmigiel (Schmiegel), Klein aus Glogau und Ungerleider aus Rawicz