Sohn des des Lübecker Rb. Salomon C. und der Esther, geb. Adler (1853-1920)
Elementarunterricht an der Lübecker Talmud-Thora-Schule, später Besuch des Katharinengymnasiums
1893 Abitur. Zum Studium nach Berlin an Univ. und RS, wechselt jedoch nach einem Semester an die Univ. Würzburg und zu Nathan Bamberger, Feb. 1896 Promotion daselbst, sodann zur Frankfurter Jeschiwa Sal. Breuers, welcher ihn im Mai 1897 ordinierte. Weitere Ordinationen von Michael Cahn (Fulda), Meier Lerner (Altona), Nathan Bamberger (Würzburg), Salomon Wäldler (Schönlanke), Gabriel Feinberg (Memel). 1897/ 98-1904 Kreis-Rb. in Memel (Klaipeda), Ostpreußen, zugleich Leiter der 1898 gegründeten privaten Religionsschule. 1904-1927 Rb. der Gemeinde Adass Jeschurun in Köln, St. Apernstraße, und Direktor des jüdischen Lehrerseminars
als solcher Initiator und zeitweise Leiter der Elementarschule „Moriah“ und 1919 der höheren Schule „Jawne“ in Köln. 1916-1918 Berater der deutschen Militärregierung für jüdische Schulen, belebte in dieser Funktion das jüdische Schulwesen in Warschau und gründete orthodoxe Mädchenschulen
bemühte sich bei der Reform des Chederunterrichts in Polen darum, möglichst viel von der traditionellen „Jüdischkeit“ zu retten
zu Kriegsende Feld-Rb. in Warschau. Mitglied der Agudas Jisroel. 1927 im Ehrenausschuß der Wohlfahrts-Lotterie der „Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Tuberkulose unter den Juden“. Verheiratet mit Minna Joel, der Tochter von Dr. David Joel
im Amt gefolgt von seinem Sohn David C. Starb an einem Herzschlag
im Nachruf schrieb der Israelit: „Das war der geborene Erzieher und Lehrer, dem jedes Kind entgegenjubelte, dem jeder Jüngling sich so ganz anvertraute, um sich durch ihn für das Leben bestimmen und beeinflussen zu lassen“ (1927, Nr. 50, S. 5).
1. Bericht der israelitischen Religionsschule zu Memel, Memel 1900
Ein Wort zur Aufklärung, Köln 1906
Kaisers Geburtstag 1915: Rede, gehalten in der Synagoge der Adaß Jeschurun, 1915
„Der Bestand des Jüdischen Lehrerseminars in Köln“, Israelit 26.07.1923 (Jg. 64, Nr. 29), S. 1f
„Die Zukunft der Lehrerbildung und das Kölner Jüdische Lehrerseminar“, Israelit 28.05.1925 (Jg. 66, Nr. 22), S. 4f.
Epigraphik
In den 1980er Jahren auf den Ölberg, Jerusalem, umgebettet.
Bildmaterialien
IFH 15.12.1927
IFH 12.01.1928
Asaria, Juden in Köln, 1959, S. 235
FS GJ, 1984, S. 348
Corbach, Jawne, S. 31
Grill, 2008, S. 191, 205
Jawne, 2009, S. 17.
Literatur
Israelit 23.04.1900 (Jg. 41, Nr. 32/33), S. 660
CVZ 23.09.1927 (Jg. 6, Nr. 38), S. 540
Israelit 08.12.1927 (Jg. 68, Nr. 49), S. 3f
Israelit 13.12.1927 (Jg. 68, Nr. 50), S. 5-7
A. Fürst, „Die höheren jüdischen Schulen Deutschlands“, MGWJ 75 [NF 39] (1931), S. 48-67, hier S. 57
Israelit 11.11.1937 (Jg. 78, Nr. 45), S. 6, und 25.11.1937 (Jg. 78, Nr. 47), S. 11, zum 10. Jahrzeittag
Asaria, Juden in Köln, 1959, S. 180, 207f., 213, 240, 242, 245f., 252, 255, 268ff., 277ff
Alexander Carlebach, “A German Rabbi Goes East”, LBI YB 6 (1961), S. 60-121 (Briefe von E. C. an seine Familie, mit einer Einführung)
Alexander Carlebach, Adass Yeshurun of Cologne. The Life and Death of a Kehilla, Belfast 1964, S. 23
Schwab, Chachme Ashkenaz, 1964, S. 40
Lowenthal, Preußen, 1982, S. 40
FS GJ, 1984, S. 347- 353
Walk, Kurzbiographien, S. 53
Prestel, Erziehungswesen, 1989, S. 293ff
Corbach, Jawne, 1990, S. 20f., 30f., 247
Morgenstern, Frankfurt, 1995, S. 67ff
Hildesheimer, RS, S. 34
Zimmermann, Rheinland, 1998, S. 172
Eliav/Hildesheimer, S. 88
Grill, 2008
Jawne, 2009, S. 15. Tobias Grill, “The politicisation of traditional Polish Jewry: Orthodox German rabbis and the founding of Agudas Ho-Ortodoksim and Dos yidishe vort in Gouvernement- General Warsaw, 1916-18”, East European Jewish Affairs 39 (2009), S. 227–247.