Sohn des Lübecker Rb. Salomon C. und der Esther, geb. Adler (1853- 1920). Studium in Zürich, Würzburg, an der Univ. Berlin und am RS. Bis Ende 1900 Lehrer an der Religionsschule der Adass Jisroel Berlin. 1901 Promotion und Rabbinerexamen. Seit 1901 Rb. und Lehrer des Talmud-Tora-Vereins in Leipzig, 1917 seitens der IRG Leipzig mit der Wahrnehmung der Geschäfte des orthodoxen Rts. beauftragt, seit 1924 als Gemeinderabbiner tätig, v. a. an der Ez Chaim Synagoge und der „Brodyer“ Synagoge
erwirkte eine Schächterlaubnis im Königreich Sachsen. 1912-1935 Gründer und Direktor der Carlebachschulen („Israelitische Schule mit den Lehrzielen der Realschule und höhere Töchterschule“, Volks- und Höhere Schule) in Leipzig. Mitglied der Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands und des CV. 1936 Emigration nach Palästina
gestorben an Herzversagen.
Dissertation
Die rechtlichen und sozialen Verhältnisse der jüdischen Gemeinden Speyer, Worms und Mainz von ihren Anfängen bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts, Diss. Rostock 1900 (Frankfurt/ M. und Leipzig, 1901).
Dokumente
CJA Berlin 1, 75 C Ra 1 Nr. 10, fol. 160 (Oberlehrerprüfung in Sachsen. Es hieß, er habe keinen Abschluß vom Rabbinerseminar und die Autorisation nur von Löwenstein in Mosbach).
Publikationen
„Die halachischen Kompendien im Urteil ihrer Verfassser“, Stern, Moritz (Hrsg.), Festschrift zum 40jährigen Amtsjubiläum des Herrn Rabbiner Dr. S. Carlebach in Lübeck, 1910
Rezension von Salomon ben Josef Ganzfried, Kizzur Schulchan Aruch, in Israelit 01.01.1926 (Jg. 67, Nr. 1), S. 2f
„Chasoko Rabbo“, Israelit 01.03.1928 (Jg. 69, Nr. 9), S. 2f
„Lessing und die Juden. Vortrag“, Der Schild 1929 (zur Fortsetzung), u. a. 05.07.1929
„Die jüdische Schule“, Jüdisches Jahrbuch für Sachsen 1931/32, Nd. Berlin 1994, S. 56- 63
Predigt aus Anlaß des 80. Geburtstages des Herrn Samuel Hodes. Gehalten am Sabbat Bereschis 5696 in der Ez-Chaim-Synagoge zu Leipzig, 1936.
Bildmaterialien
Jüdisches Jahrbuch für Sachsen 1931/32, S. 56
JLZ 26.02.1936 (Jg. 16, Nr. 9), S. 7, zur Pensionierung
Unger und Lang (Hrsg.), Juden in Leipzig... (s. o.), 1989, S. 142f
Diamant, Leipzig, 1993, S. 210
Paul und Goldberg, Matrosenanzug, 2002, S. 214.
Literatur
Israelit 20.12.1900 (Jg. 41, Nr. 101), S. 2120
„Sprechsaal. Die höheren Schulen in Leipzig (Leserbrief)“, Israelit 21.07.1921 (Jg. 62, Nr. 29), S. 6f
Israelit 21.01.1926 (Jg. 67, Nr. 4), S. 6
Israelit 03.06.1926 (Jg. 67, Nr. 23), S. 2
Festschrift zum 75-jährigen Bestehen der Leipziger Gemeinde-Synagoge 1855-1930, hrsg. vom Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde, Leipzig 1930, Nd. Berlin 1994, S. 68
A. Fürst, „Die höheren jüdischen Schulen Deutschlands“, MGWJ 75 [NF 39] (1931), S. 48-67, hier S. 64
CVZ 15.10.1936 (Jg. 15, Nr. 42), S. 12, Nachruf
Israelit 15.10.1936 (Jg. 77, Nr. 41), S. 7f., Nachruf
Israelit 22.10.1936 (Jg. 77, Nr. 42), S. 4-6, Nachruf
Israelit 29.10.1936 (Jg. 77, Nr. 43), S. 10, zur Trauerfeier
Asaria, Juden in Köln, 1959, S. 267
Schwab, Chachme Ashkenaz, 1964, S. 41
Walk, Kurzbiographien, S. 53
BHE 1, S. 108
Manfred Unger, Hubert Lang und der Rat des Bezirkes Leipzig, Abteilung Kultur (Hrsg.), Juden in Leipzig. Eine Dokumentation zur Ausstellung anläßlich des 50. Jahrestages der faschistischen Pogromnacht im Ausstellungszentrum der Karl-Marx-Universität Leipzig, 5. Nov. bis 17. Dez. 1988, Leipzig 1989, S. 142f
Kreutner, Mein Leipzig, 1992, S. 64f
Diamant, Leipzig, 1993, S. 210-212
Hildesheimer, RS, S. 34
Babara Kowalzik, Wir waren eure Nachbarn: die Juden im Leipziger Waldstrassenviertel, Leipzig 1996, S. 61ff