Geb. 26. (27.?) Okt. 1856 in Frauenkirchen (Boldogasszony), Burgenland,
Gest. 17. Febr. 1932 in Köln.
Sohn von Jehuda D.
Bürgerschule in Frauenkirchen, Gymnasialunterricht bei einem Pfarrer, Studium an ungarischen Jeschiwot als Schüler des „Ksav Sofer“, Besuch des RS Preßburg (Bratislava) mit vorzüglichem Abschlusszeugnis, Ordination von Markus Lehmann in Mainz und Markus Hirsch in Prag
Ableistung der Militärdienstzeit. 1878-1880 Hauslehrer in Rawitsch (Rawicz), Posen, danach bei der Familie Markus Lehmann in Mainz
Lehrtätigkeit in Hirschberg (Jelenia Góra) und Berlin, 1885-1887 Religionslehrer an der Horowitz’schen Religionsschule in Frankfurt a. M.
gleichzeitig Univ.-Studium in Heidelberg, Berlin und Gießen
1884/85 Hörer an der Veitel-Heine-Ephraim’schen Lehranstalt in Berlin, 31. März 1886 Promotion in Gießen beim evang. Theologen Bernhard Wilhelm Stade. 1887 bis März 1895 Bezirksrabbiner in Burgpreppach, Bayern, und Direktor der Präparandenschule
1894/95 zweiter Rabbiner in Fürth, Bayern, und Leiter des dortigen israelitischen Waisenhauses, seit 1900 auch Lehrer an der jüdischen Realschule in Fürth. Übernahm ehrenamtlich den Vorsitz der Ritualkommission in Fürth. Ausschußmitglied in der „Achduth“ (1924). Seit 1886/87 „mit einer einfach erzogenen, sehr religiösen Frau“ (StA Hamburg) verheiratet: Fanny (gest. 30.12.1922), Tochter des Gemeindevorstehers Lehmann aus Wenkheim, Baden, und Schwiegervater von Rb. Siegmund Hanover in Würzburg
bis 1893 bereits drei Kinder. Hielt 1893 erfolgreich eine Probepredigt in Altona, schlug aber die Berufung zum OR von Altona und den ehem. Schleswig-Holsteinischen Gemeinden aus. 1928 in den Ruhestand.
Dissertation
Die Sprüche Salomo’s nach der Auffassung im Talmud und Midrasch, Diss. Gießen 1886 (Gießen/Berlin).
Dokumente
CJA Berlin, 1, 75 A Ob 5 Nr. 1, fol. 77-77v
GStA PK, Rep. 94 Nr. 792 H. 2
UA Gießen: Die Prom.-Akte ist Kriegsverlust
StA Hamburg, Bestand 741-4 (Fotoarchiv), Sa 1043: Jüd. Gemeinden 210 Bd. 2, fol. 66, 69-74.
Publikationen
Leitfaden der israelitischen Religionslehre für den Unterricht in Volks- und Mittelschulen, Würzburg 1895
„Grenzlinien zwischen den Begriffen Kodausch und dem heidnischen Tabu”, Jeschurun [NF] 2 (1915)
„Zur Geschichte der Israelitischen Waisenanstalt in Fürth“, BIG 08.03.1927 (Nr. 3), S. 69-71
„Etwas über das Kaddisch. (Aus dem Nachlasse von Direktor Dr. Deutsch zs. “l in Fürth, zu seiner ersten Jahrzeit am 10. Adar/8. März)“, Israelit 02.03.1933 (Jg. 74, Nr. 9), S. 2.
Bildmaterialien
IFH 21.10.1926 (Nr. 42), S. 3
IFH 10.03.1932 (Nr. 10), S. 3.
Literatur
Israelit 15.11.1894 (Jg. 35, Nr. 89), S. 1652
Israelit 07.02.1895 (Jg. 36, Nr. 11), S. 206
Israelit 12.01.1905 (Jg. 46, Nr. 4), S. 67
Israelit 12.02.1920 (Jg. 61, Nr. 6), S. 6
Israelit 04.11.1926 (Jg. 67, Nr. 45), S. 6, zum 70. Geburtstag
Israelit 04.07.1929 (Jg. 70, Nr. 27), S. 9, zum Rücktritt als Direktor der Waisenanstalt
Israelit 15.08.1929 (Jg. 70, Nr. 33), S. 6, zum Rücktritt als Lehrer
Israelit 25.02.1932 (Jg. 73, Nr. 9), S. 6f., Nachruf