BHR Biographisches Portal der Rabbiner

EHRENFELD, Nathan, Dr., auch Nathaniel E.

  • Geb. 18. Mai 1843 in Csúz (Dubník), Komitat Komorn in Ungarn,
  • Gest. 17. Febr. 1912 in Prag.
  • Lernte an ungarischen Jeschiwot, u. a. in Preßburg (Bratislava), Schüler Esriel Hildesheimers in Eisenstadt und Berlin, Univ. Wien, Promotion in Kiel. Talmudlehrer an der „Schass Chewra“
  • 1872 Rb. in Brandenburg, 1876 Rb. in Prenzlau, 1878 Rb. in Gnesen (Gniezno), 1889-1912 OR in Prag als Nachfolger von Markus Hirsch
  • einen Ruf zur Nachfolge Esriel Hildesheimers nach Berlin 1900 nahm er nicht an. Errichtete in Prag eine neue Mikwe, reorganisierte den Koscherfleischverkauf und richtete eine streng koschere Volksküche ein
  • Gründer einer Ausbildungsstätte für Religionslehrer. Verheiratet mit der Tochter Ida des Frankfurter Gelehrten R. Salomon Posen
  • sie starb 1926 in Hamburg
  • gleich ihm in Prag begraben. Sein Nachfolger im Amt wurde sein Schwiegersohn Heinrich Hƒvayyim Brody (1868-1942), Absolvent der Preßburger Jeschiwa und des RS Berlin, seit 1898 Rb. in Náchod, Böhmen
  • seit 1902 Präsident des Misrachi und Mitglied des jüdischen Nationalrats
  • 1905 Leiter der Talmud Torah Schule in Prag
  • trat 1930 vom Amt zurück und wurde Leiter des von Salman Schocken begründeten Forschungsinstituts für Geschichte und Quellenstudium hebräischer Dichtung in Berlin
  • 1933 emigriert, ab 1934 war Brody Leiter des Schocken Instituts Jerusalem.

Publikationen

  • ’Arba‘ parašiyot. Predigten, 1871
  • „Ist die Thoravorlesung als ‚Gottesdienst’ im Sinne des §167 des Deutschen Strafgesetzbuches zu bezeichnen?“, JP 22.10.1885
  • Zwei Reden beim Antritte des Prager Oberrabbinats, 1890
  • „Der böhmische Rabbiner-Verband“, AZJ 25.01.1895 (Jg. 59, Nr. 4)
  • Der Abschied vom Gotteshause: Predigt in der Neusynagoge zu Prag, 1898
  • Österreichs Trauer und Jubel: zwei Kanzelreden, 1899.

Epigraphik

  • Begraben auf dem Neuen Jüd. Friedhof Prag; “Entrance area and honorary lots … Rabbi Nathan Ehrenfeld’s large tomb is made of granite and has a decorative pedestal with a vegetable stylized motif. It was designed by architect Paul Albert Kopetzky … [and] is an extraordinary example of the pure post-Art Nouveau decorativism as far as its ornament, design and lettering are concerned.” http://www.porges.net/PragueNewJewishcemetery. html#entrance (last visited 24.09.2008).

Bildmaterialien

  • Posner, Gnesen, 1958, S. 14.

Literatur

  • Israelit 22.02.1912 (Jg. 53, Nr. 8), S. 6
  • Israelit 29.02.1912 (Jg. 53, Nr. 9), S. 7f
  • Wininger II, S. 103
  • Posner, Gnesen, S. IV, S. 13,15
  • AZJ 01.03.1912 (Jg. 76, Nr. 9), Beilage S. 3f., Nachruf
  • EJ engl. VI, S. 507f
  • Diekmann und Schoeps (Hrsg.), Wegweiser Brandenburg, 1995, S. 209
  • Hildesheimer, RS, S. 41
  • Handbuch österr., 1:1933
  • Eliav/ Hildesheimer, S. 103.