Sohn des Rb. Hermann/Zwi-Hirsch G. (1805- 1860) und der Szoli, geb. Teller
Enkel des Hõgyészer Rb. Baruch G., gebürtig aus Kojetín, Böhmen
Bruder des Hõgyészer Rb. Elijahu Menachem G. (1837-1902). Im Alter von zehn Jahren Besuch der Jeschiwa in Preßburg (Bratislava), dann in Tab, Paks und Eisenstadt
8. Aug. 1869 Zeugnis von Hildesheimer in Eisenstadt, 1869 Univ. Berlin, 1873/74 im ersten Jahrgang am RS. 1872-1873 Lehrer an der Religionsschule der Adass Jisroel in Berlin, Febr. 1873 Promotion in Tübingen. 1873/74-1876 Lehrer in Aurich, 1875 Bewerber in Pleschen, Posen
seit 1876 Rb. der IRG Karlsruhe, begründete 1880 eine Schass-Chewra. Verheiratet mit Ida-Jeta / Henriette (1848-1931), der dritten Tochter des Victor Löwenfeld, Leiter eines Knabenpensionats in Posen-Stadt (Rabbiner-Ordination von Akiba Eger, aber nicht amtierend)
sie war diplomierte Volksschullehrerin und zog nach dem Tod von G. als Lehrerin und Pensionswirtin die vier Kinder ohne fremde Hilfe auf: drei Töchter
zwei Söhne starben im frühen Kindesalter, der dritte, Ernst, fiel im 1. WK. Die Tochter Rahel (1880/Karlsruhe1963/Jerusalem, verh. Straus) studierte ab 1900 als erste Frau an der Medizinischen Fakultät der Univ. Heidelberg, 1907 Promotion
Ärztin und engagierte Sozialarbeiterin, Frauenrechtlerin und Zionistin, seit 1933 in Palästina/Israel.
Dissertation
Leben und Wirken des Hillel Hasaken, Diss. Tübingen 1873 (Berlin 1874).
Dokumente
UATübingen 131/22a, 146; 131/22b, 24
CJA Berlin, 1, 75 A Pl 1 Nr. 57, fol. 21-22, 53-56
LDA BW.
Epigraphik
Sein Grabstein und der seiner Frau stehen auf dem alten Karlsruher Friedhof, Rintheimer Feld, Nr. 24 und 23. Rahel Straus ist auf dem Friedhof Sanhedria in Jerusalem begraben.
Literatur
Rahel Straus, Wir lebten in Deutschland, Stuttgart 2. Aufl. 1962, S. 14f., 19, 21-30, 32