BHR Biographisches Portal der Rabbiner

GRAF, Louis Gerhard, Dr.

  • Geb. 28. März 1912 in Berlin,
  • Gest. Febr.(?) 1987 in Ely, Cardiff, Wales.
  • Sohn des Kaufmanns Max G. und der Margarete, geb. Warschauer
  • Hohenzollern-Gymnasium in Berlin-Schöneberg, 1930-1936 Univ. Berlin (Soziologie, Psychologie, Philosophie), bis 1938 an der HWJ, 1939 Rabbinatsexamen. Seit 1936 Rb. an der Hermann-Falkenberg-Synagoge im Auerbach’schen Waisenhaus in Berlin. April 1939 Emigration nach England, 1940 Rb. der Reformsynagoge Bradford, später Rb. der Sinai Synagogue Leeds
  • seit 1949 Rb. der New Synagogue Cardiff, Wales. Studierte einige Semester Geschichte und Religionsphilosophie an der Univ. Leeds. 25. Febr. 1953 Promotion an der Univ. Bonn, Prüfung in den Fächern Vergleichende Religionswissenschaften, Psychologie und Soziologie. Gründer und Vorsitzender der Interfaith Association Cardiff, Leiter der Samariter Cardiff, Vorstandsmitglied des jüdischen Vormundschaftsgerichts, Mitglied der Abteilung Eheberatung der Friendship Unlimited, Mitglied des walisischen Zentrums für internationale Fragen, Mitglied der Anglo-Jewish Association, Vorstandsmitglied des Internationalen Synagogenverbandes. 1980 in den Ruhestand. Verheiratet seit 1938 mit Eve Inge Lippmann
  • eine Tochter, ein Sohn.

Dissertation

  • Die Auffassung von der Entwicklung der Religion bei Wilhelm Wundt und Rudolf Otto (The Development of Religion According to Wilhelm Wundt and Rudolph Otto), Diss. Bonn 1952. Graf hatte die Dissertation bereits im Jahr 1935 bei Prof. Alfred Vierkant an der Univ. Berlin geschrieben, war jedoch nicht mehr zur Promotion zugelassen worden. Sein Doktorvater, Alfred Vierkant, stellte ihm nurmehr ein Zeugnis aus, daß die Arbeit „den Charakter einer Doktorarbeit“ trage und der Kandidat seine Studien „in einem Zustand befriedigender Reife abgeschlossen“ habe. Durch Vermittlung von Konrad Adenauer reichte Graf die Arbeit 1952 an der Bonner Univ. ein (Promotionsakte PF Prom 23).

Dokumente

  • UA Bonn, Promotionsalbum Phil. fak. Nr. 5165.

Publikationen

  • “The Influence of German Rabbis on British Reform Judaism”, Reform Judaism. Essays on Reform Judaism in Britain, dedicated to Rabbi Werner van der Zyl, hrsg. von Dow Marmur, London 1973, S. 154-159.

Literatur

  • Who, 1965, S. 359
  • BHE 1, S. 240
  • Walk, Kurzbiographien, S. 125
  • Friedlander, 1991, S. 431
  • Matthias Frühauf, „Ein Elternhaus für Waisen. Die Geschichte der Baruch- Auerbach’schen Waisenerziehungsanstalten von 1832 bis 1942, Schönhauser Allee 162“, Leben mit der Erinnerung. Jüdische Geschichte in Prenzlauer Berg, hrsg. vom Kulturamt Prenzlauer Berg/ Prenzlauer Berg Museum für Heimatgeschichte und Stadtkultur, Berlin 1997, S. 236-254 und 391f., S. 251.