Geb. 16. Juli 1863 in Kremsier (Kromìříž), Mähren,
Gest. Ende Okt./Anf. Nov. 1931 in Nürnberg.
Sohn des Philipp G. und der Rosalie, geb. Kaiser
Schwiegersohn von Alexander Stein, Worms. 1873-1882 Gymnasium in Kremsier, 1882-1885 Univ. Breslau, 1882-1889 JTS. 1889 Rb. in Bingen am Rhein, 1910 Distriktsrabbiner in Augsburg. Im 1. WK in der Kriegsgefangenenfürsorge tätig
Mitglied der Vereinigung der liberalen Rabbiner Deutschlands, Mitunterzeichner der „Richtlinien zu einem Programm für das liberale Judentum“ 1912
Mitarbeit in der bayerischen Rabbiner-Konferenz, Gründer des Vereins für das liberale Judentum, Präsident der Schwäbischen U.O.B.B. Loge, Mitglied im Verein für jüdische Geschichte und Literatur. Juli 1929 in den Ruhestand
Übersiedlung zu seinem Sohn, der in Nürnberg als Arzt tätig war.
Dissertation
Die Stellung der Sclaven bei den Juden, nach biblisch-talmudischen Quellen. Theil I, Diss. Jena 1886 (Breslau). Ein Promotionsgesuch in Tübingen 1886 mit selbiger Abhandlung wurde abgewiesen.
Dokumente
UATübingen 131/35b, 34.
Publikationen
Worte des Gedächtnisses, an der Bahre der verewigten Bernhard Groß und Berta Groß geb. Seeligmann am 17. November 1901 gesprochen, o. O. 1901
Worte des Gedächtnisses, gesprochen an der Bahre des verewigten Herrn Eduard Guembel, am 21. Februar 1902, Bingen 1902
Worte des Gedächtnisses, gesprochen an der Bahre der verewigten Frau Johanna Seligmann, geb. Simon, am 13. November 1903, o. O. 1903
Zur Geschichte der Juden in Bingen a. Rhein, Bingen 1905 (rez. in Israelit 25.01.1906 [Jg. 47])
Übersetzungsstoff für den Israelitischen Religionsunterricht in der Volksschule: 2., 3. und 4. Schuljahr, Augsburg 1911
Ein Gang durch die Geschichte der Juden in Augsburg. FS zur Einweihung der neuen Synagoge in Augsburg am 4. April 1917, Augsburg 1917. War mit der Aufgabe betraut, die Grabinschriften des Wormser jüd. Friedhofs als „populär geschriebenes Werk herauszugeben, das auch der Wissenschaftlichkeit nicht entbehre. Nicht die Inschriften sollen veröffentlicht werden, sondern das, was sich daraus ergibt“ (AZJ 23.07.1909 [Nr. 30], S. 355).
Epigraphik
Ehrengrab auf dem jüd. Friedhof in Augsburg, begraben am 2. Nov. 1931.
Literatur
Brann, Geschichte JTS, 1904, S. 163
JJGL 16 (1913), S. 5
UOBB, S. 7
JLZ 22.03.1929 (Jg. 9, Nr. 12), S. 7, zum Ruhestand