BHR Biographisches Portal der Rabbiner

HULISCH, Israel, Dr.

  • Geb. 10. Sept. 1841 in Filehne (Wieleñ), Prov. Posen,
  • Gest. 7. Febr. 1912 in Duisburg.
  • Sohn des Religionslehrers Michael H. und der Bellina Schureck
  • im achten Lebensjahr Übersiedlung nach Heilsberg (Lidzbark Warmiñski), Ermland/ Ostpreußen, dort Besuch der evangelischen städt. Schule. Mit vierzehn Jahren nach Königsberg, Besuch der Realschule erster Ordnung bis zur Prima, trat noch vor dem Abitur auf Wunsch des Vaters eine Handelslehre in Tilsit (Sowjetsk) an, die er aber abbrach, um wie sein in Berlin privatisierender Bruder die talmudisch-theologische Laufbahn zu ergreifen. Nach Absolvierung des jüdischen Lehrerseminars in Berlin Studium an der Univ., zugleich Lehrer an Friedländers höherer Knabenschule. Zur Unterstützung seiner Eltern, inzwischen in Wolmirstedt bei Magdeburg ansässig, wurde er noch vor Beendigung des Studiums Prediger und Religionslehrer in Œwidnica (Schweidnitz), Niederschlesien, später in Neustadt-Gödens, Ostfriesland. Jan. 1866 Promotion in Marburg
  • März 1867 bis März 1870 Prediger und Lehrer in Neuss, Rheinprovinz, als erster dortiger Kultusbeamter mit höherer Bildung. 1870 (?) Prediger und Rb. in Herford, Westfalen
  • Seelsorger an der Strafanstalt zu Herford. 1882 als möglicher Kandidat der Liberalen für die Stadtverordnetenwahl benannt. 1907 in den Ruhestand, Ehrung mit dem Roten Adlerorden. Verheiratet mit Rosalie, geb. Ephraim (geb. 1846)
  • sein in Neuss geb. Sohn Max H. promovierte 1891 in Berlin als Mediziner.

Dissertation

  • Die Bedeutung der religiösen Gottesidee in den Systemen des Cartesius, Spinoza, Leibnitz und Kant, Diss. Marburg 1866.

Dokumente

  • StA Marburg, 307d, Phil. Fak. Nr. 102, Bd. 2, vom 28. Nov. 1865: Erkundigung nach Promotionsbedingungen; ebd. Nr. 103, Bd. 1, Promotionsakten, darin Vita vom 15. Jan. 1866 aus Œwidnica.

Epigraphik

  • Beerdigung am 11. Febr. 1912, nach testamentarischem Willen beigesetzt in Berlin auf dem Friedhof Weissensee, Feld E, Abt. 3.

Bildmaterialien

  • IFH 29.02.1912
  • IR 29.02.1912 (Jg. 14, Nr. 9).

Literatur

  • Lippe 1881, S. 195
  • J. Loevy, Isr. Amtskalender, Berlin 1889, S. 203
  • IR 15.02.1912 (Jg. 14, Nr. 7), S. 5
  • IFH 29.02.1912
  • IFH 07.03.1912
  • Roden, Duisburger Juden, S. 264, 1140
  • Stefan Rohrbacher, Juden in Neuss, Neuss 1986, S. 107, 119.