Sohn des rb. Gelehrten Juda, 1771 Wahl zum Gemeinde- und Landesrb. der Grafschaft Wertheim, vom Fürsten wegen Opposition der Landjuden aber erst am 13. Juni 1775 bestätigt. Hatte 138 fl. Besoldung. Nach der Sprengeleinteilung von 1812 ist er Distriktsrb. für 1.040 Juden, nach badischem Gesetz in seinen letzten beiden Lebensjahren auch Standesbeamter. Die Bezeugung von Geburts- und Sterbefällen wird danach meist durch seine Witwe Kanendla wahrgenommen.
Dokumente
FLWA Wertheim, Rep. 41f Nr. 212: Annahme des Rabb. Hirsch als Landrabbiner der Gft. Wertheim, 1771-1814; Dokumente publiziert bei Cohen, Landjudenschaften, Bd. II, S. 1280- 1284
CAHJP Jerusalem, „Karlsruhe“ S 378/11, vom 4. Aug. 1809, Anstellung als Bezirksrabbiner
GLA Karlsruhe 390/6026, Sterbebuch Wertheim
CAHJP Jerusalem, „Karlsruhe“ S 378/11, vom 10. Okt. 1814 Aussage der Wertheimer Landesdeputierten über „die Wohnung in dem hiesigen Rabbiners-Hauß“.
Manuskripte
Hebr. Brief in CJA Berlin, Responsenband von Rb. Moses Hechheimer, Stück 107, vom 12. Okt. 1803.
Epigraphik
Jüd. Friedhof Wertheim, Stein Nr. 233; siehe Emily Link, Der jüdische Friedhof Wertheim, unveröffentlichte Volldokumentation im Auftrag der Stadt Wertheim und mit Förderung des Landesdenkmalamtes, 1998; Expl. SLStI Duisburg und ZAGJD Heidelberg, mit dem Bemerken, daß A. „die längste Zeit seines Lebens auf dem hiesigen Lehrstuhl saß ... auch leitete er jeden Unwissenden unserer Stadtgemeinde und alle Menschen seines Sprengels durch moralische Rede“.
Literatur
Hildesheimer, „Mendelssohn“, S. 103, nennt ihn als Pränumerant der Mendelssohnbibel von 1801.