Sohn des Händlers Samson A. und der Miriam Fränkel, 1822-1829 Schulbesuch in Schwebheim, danach in Neuhaus bei Bad Kissingen privater Unterricht im Talmud und in den Elementarwissenschaften, sodann vier Gymnasialklassen in Schweinfurt, 3. Sept. 1839 Abitur das., 31. Okt. 1839 imm. Univ. Würzburg, zwölf Semester lang Student der Philologie bzw. seit WS 1840/41 der jüd. Theologie, zugleich Schüler und Tutor an S. B. Bambergers Jeschiwa, seit 1842 auch Anstellung als Hauslehrer bei Samuel Frank. 1844 Verfasser von Manifesten gegen die Rb.-Vers für Bamberger und Ettlinger. Juli/Aug. 1845 Staatsprüfung in Würzburg mit Auszeichnung
Rabbinatsdiplome von Abr. Wechsler (Schwabach) und Hayum Schwarz (Hürben). Wird von Enoch nach Altona geholt. 1847 Bewerber um die Hirsch-Nachfolge in Emden, 1849 Prediger in Moisling b. Lübeck, 1. Dez. 1850 Heirat mit Hannchen Fischl-Joël (1820- 1889), der Tochter des Ortsrb. Ephraim Joël, welcher ihm fortan seine Aufgaben überträgt. 1851 wird A. auch offiziell Joëls Nachfolger als Rb. der Hansestadt Lübeck mit Sitz in Moisling (seit 1858 in Lübeck). 1855 lehnt er eine Berufung nach Schwerin ab. Im Kompert-Prozeß 1864 unterzeichnet er auf Seiten der ungar. Trennungsorthodoxie.
Dokumente
LBI New York AR 5361 (Gemeinde Lübeck)
LHA Schwerin, Meckl.-Schw. Landesrabbinat 57, vom 30. Mz. 1853, Bewerbung in Schwerin; darin „Grundzüge aus der Lebehnsgeschichte des Alexander Sussmann Adler“, „Alexandri Sußmanni Adleri curriculum vitae“ (lat.), Abschrift der Zeugnisse.
Epigraphik
Sein Grabstein und der seiner Frau bei Albrecht Schreiber, Über Zeit und Ewigkeit. Die jüdischen Friedhöfe Lübecks, Lübeck 1988, S. 73f.
Literatur
Carlebach, Lübeck, S. 146-160, mit einer Zusammenfassung von Adlers 1842 begonnenen Tagebuch
Asaria, Juden in Niedersachsen, S. 257
Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. XI (1983), S. 68, Nr. 1365
The Joel-Adler-Carlebach Families, Jerusalem 1996, S. 13-16