Geb. 22. (o. 20.) Jan. 1857 in Waag-Neustadl (Nové Mesto nad Váhom), Slowakei,
Gest. 1946 in London.
Sohn des Neustadler Rabbiners, 1879 Abitur am evang. Lyceum Posen (Poznañ), anschl. sechs Semester Studium an der Univ. Breslau, zwei Sem. an der Univ. Berlin, 1881-1882 Hörer an der Veitel-Heine-Ephraim’- schen Lehranstalt in Berlin, 18. Dez. 1884 Promotion in Halle. 1890 Landesrb. in Dessau, 1893-1939 konservativer Rb. in Berlin an der Alten Synagoge Heidereutergasse, Prediger der Synagoge Lützowstraße und Leiter der III. Religionsschule der Jüdischen Gemeinde in der Lützowstraße 16, sowie ab 1912 bis 1929 Rb. der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße. Anläßlich seines 70. Geburtstags wurde eine Rabbiner-Dr.-Samson-Weisse-Stiftung errichtet, deren Erträgnisse der Ausbildung jüdischer Theologen zugute kommen sollten. Mitglied des Schul- und Talmud-Tora-Vorstands und der Deutschen Reichsloge Berlin (1886-1895)
Ausschußmitglied im Verein zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, Mitglied im Hebräischen Literaturverein Mekize Nirdamim
Mitglied des DIGB und Mitbegründer der religiösen Mittelpartei, für die er in der Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinden und im Preußischen Landesverband der jüdischen Gemeinden saß. Um 1911 stellvertretender Vorsitzender des Berliner Lokalkomités der Alliance israélite universelle
1928 Vorsitzender der Berliner Rabbinervereinigung, 7. März 1929 Gründungsmitglied des Jüdischen Friedensbundes
Ausschussmitglied des Vereins zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. 1939 Emigration nach London.
Dissertation
Philo von Alexandrien und Moses Maimonides. Ein vergleichender Versuch, Diss. Halle 1884 (ebd.).
„Geist und Form. Eine Festbetrachtung“, Gemeindeblatt (Berlin) 15.09.1925
„Versöhnung“, JLZ 25.09.1925 (Jg. 5, Nr. 39), S. 2f
„Welterneuerung/Seelenerneuerung. Eine Rausch-Haschono-Betrachtung“, IFH 01.07.1926
„Die Grundpfeiler der Jüdischen Gemeinde“, IFH 02.09.1926
„Denken und Gedenken. Eine Festbetrachtung“, Gemeindeblatt (Berlin) 10/1928
„Religion und Kultur. Eine Pessachbetrachtung“, Gemeindeblatt (Berlin) 04/1929
„Schuld und Sühne – Erkenntnis und Tat“, Gemeindeblatt (Berlin) 10/1929
„Sittliche Neugeburt/Eine Neujahrsbetrachtung“, CVZ 19.09.1930 (Jg. 9, Nr. 38).
Bildmaterialien
Ost und West 12 (1912), S. 1008
IFH 20.01.1927
CVZ 21.01.1927 (Jg. 6, Nr. 3)
IFH 21.01.1932
CVZ 22.01.1932 (Jg. 11, Nr. 4)
CVZ 14.01.1937 (Jg. 16, Nr. 2), S. 16
Wegweiser, 1987, S. 110
Neue Synagoge Berlin, 1995, S. 123.
Literatur
GB 03.03.1911 (Jg. 75, Nr. 9), S. 2
Ost und West 12 (1912), S. 994-1008
WMZ 28.12.1926, zum 70. Geburtstag
JLZ 31.12.1926 (Jg. 6, Nr. 53), S. 2, zum 70. Geburtstag, „Mit Recht ist ihm, der ja als Rabbiner einer Einheitsgemeinde wirkt, versagt worden, daß er sich in den innerjüdischen Parteistreit an vorderster Stelle eingemischt hat, während sämtliche anderen Berliner Rabbiner sich Zurückhaltung auferlegten. Das Verhalten von Herrn Dr. Weiße wurde besonders auch deshalb als unangebracht empfunden, weil er in einer Synagoge wirkt, die vornehmlich von Liberalen besucht wird, und die Mittelpartei, deren Spitzenkandidat er war, sich in besonders gehässiger Form gegen die Liberalen wandte“
IFH 20.01.1927, zum 70. Geburtstag
CVZ 21.01.1927 (Jg. 6, Nr. 3), zum 70. Geburtstag
JR 25.01.1927 (Jg. 32, Nr. 7), zum 70. Geburtstag
UOBB, S. 21
CVZ 22.01.1932 (Jg. 11, Nr. 4), zum 75. Geburtstag
CVZ 14.01.1937 (Jg. 16, Nr. 2), S. 16, zum 80. Geburtstag
Jüdisches Gemeindeblatt 17.01.1937, zum 80. Geburtstag