BHR Biographisches Portal der Rabbiner

WEYL, Michael Max Mordechai, Dr.

  • Geb. 17. Febr. 1873 in Berlin,
  • Gest. 27. Sept. 1942 im Ghetto Theresienstadt.
  • Sohn des Raphael W. und seiner Ehefrau Johanna, geb. Neufeld
  • 1890 Abitur am Sophien-Gymnasium Berlin, 1890-1894 Studium am RS, der HWJ und an der Univ. Berlin, Rabbinerexamen am RS vor liberaler Kommission. Sept. 1897 bis 1900 Prediger der Synagogen-Gemeinde Berlin-Spandau, 1900/01-1911 Rb. in Konitz (Chojnice), Westpreußen, 1911/12-1913 Präparandie und Bibliothekar der HWJ
  • 1910-1917 Mitglied der Berthold Auerbach-Loge Berlin, 1912 Mitunterzeichner der „Richtlinien zu einem Programm für das liberale Judentum“. 1913-1917 Bezirksrb. in Kaiserslautern, 1917- 1942 Rb. an den Synagogen Rykestraße 53 und Kaiserstraße 29/30 in Berlin, wo er eine Reihe von Erneuerungen u. a. in Bezug auf den Status der Frauen in die Wege leitete
  • so setzte er sich für die religiöse Mädchenerziehung ein und führte „Bat-Mizwa“-Feiern für die Mädchen durch
  • um 1926 Leiter der Mädchenabteilung der VI. Religionsschule, Rykestr. 53
  • 1928 auch Rb. in Berlin-Prenzlauer Berg
  • amtierte ab 1929 zeitweise nur an den Orgelsynagogen. Seine letzte Predigt hielt er, bereits im Ruhestand, im Juli 1942 in der Oranienburger Straße. Mitglied der Vereinigung der liberalen Rabbiner Deutschlands. 24. Aug. 1942 von Berlin nach Theresienstadt deportiert.

Dissertation

  • Das zweite Josephs-Gedicht von Narses. Nach zwei Handschriften der Königl. Bibliothek zu Berlin, Diss. Gießen 1901 (Berlin).

Publikationen

  • „Die Berliner Rabbiner-Gutachten (L. Baeck, J. Bergmann, L. Blumenthal, J. Galliner, J. Lewkowitz, M. Warschauer, M. Weyl, M. Wiener, S. Weiße u. a.)“, JLZ 22.02.1929 (Jg. 9, Nr. 8).

Bildmaterialien

  • Lowenthal (Hrsg.), Bewährung, 1965, Fotoseite 29
  • Wegweiser, 1987, S. 122.

Literatur

  • Israelit 23.09.1897 (Jg. 38, Nr. 76/77), S. 1486
  • Jüd. Jahrbuch 1926, S. 326
  • UOBB, S. 40
  • Lowenthal (Hrsg.), Bewährung, 1965, S. 180f
  • Heuer, Bibliographia 3, S. 205
  • Lowenthal, Preußen, 1982, S. 240
  • Tetzlaff, Kurzbiographien, 1982, S. 355
  • Gedenkbuch 2, S. 1587
  • Wegweiser, 1987, S. 122
  • August Kopp, Die Dorfjuden in der Nordpfalz. Dargestellt an der Geschichte der jüdischen Gemeinde Alsenz an 1655, Otterbach 2. Aufl. 1988, S. 12
  • Walk, Kurzbiographien, S. 386
  • Neue Synagoge Berlin, 1995, S. 123f
  • Hildesheimer, RS, S. 110
  • Jerke, 1997, S. 268f., 399 (Anm. 21)
  • Birgit Kirchhöfer, „’Ein Gefühl der Geborgenheit’. Die jüdische Schule in der Rykestraße 53“, Leben mit der Erinnerung. Jüdische Geschichte am Prenzlauer Berg, hrsg. vom Kulturamt Prenzlauer Berg, Prenzlauer Berg Museum für Heimatgeschichte und Stadtkultur, Berlin 1997, S. 296-316 und 405-407, hier S. 298
  • Fräulein Rabbiner Jonas. Kann die Frau das rabbinische Amt bekleiden? Eine Streitschrift von Regina Jonas, ediert, kommentiert und eingeleitet von Elisa Klapheck, Teetz 1999, S. 23-25
  • Theresienstädter Gedenkbuch, S. 225
  • Eliav/Hildesheimer, S. 264f.