Geb. 14. Feb. 1810 in Biała (Zülz), Oberschlesien,
Gest. 31. Juli 1873 in ¯ory (Sohrau)
Sohn des Dajan Mordechai D., von dem er dreijährig verwaist. Mit 7 J. nach Breslau zu seinem Onkel Mendel Deutsch, nach dessen Tod zu seinem dortigen Vormund, dem rb. Gelehrten Markus Bär Friedenthal (1780-1859), mit 13 J. nach Mikulov (Nikolsburg) in Mähren zur Jeschiwa des Landesrb. Mord. Benet, mit 17 J. nach Preßburg zu der des M. Sofer, nach einem Aufenthalt in Berlin ordiniert von Salman Tiktin in Breslau
1833 in Bytom (Beuthen) niedergelassen. 1838 Rb. in Mysłowice (Myslowitz) in Oberschlesien, bei Geigers Ankunft einer der drei deutsch predigenden Rb. Schlesiens (IA 1839, S. 95), unterzeichnet 1842 den Protest gegen dessen Wahl in Breslau. 1845 Rb. in ¯ory. Unterstützt Frankel gegen die Reformer (1845) und unterzeichnet für dessen konservative „Theologen-Versammlung“ (1846). Sein Sohn und Nachfolger war Rb. Immanuel D. (1847-1913).
Publikationen
H. avaqquq meturgam umevu’ar, Habakuk mit dt. Übs. und hebr. Komm., Breslau 1837; enthält autobiogr. Vorrede
Mäläch beYåfyo [Jes 33,17]. Trauerrede, gehalten bei Gelegenheit des Trauergottesdienstes wegen des Hintritts Seiner hochseligen Majestät Friedrich Wilhelm III., 1840
Rücksprache mit allen Gläubigen des rabbinischen Judenthums, 1842
Mitarbeiter der Zschr. Der Orient (1844-50)
’Issuf ’Asefah, oder Protestation gegen die Versammlung. Ein Wort, eigens abgefasst gegen die erste Rabbiner-Versammlung zu Braunschweig im Jahre 1844, aber auch anzuwenden gegen die zweite zu Frankfurt a. M. im Jahre 1845, Sohrau und Breslau 1846
„Be‘inyan birkath B. Š. WeYištabbah. “ (mit Samuel Jadesohn), Šomer S. iyyon ha-Nä’äman, S. 302, 305; „Be’ur Tosef. Megillah daf 16“, ebd., S. 362f; „‘Od be‘inyan ši‘urim“, ebd., S. 370, 371
Yiœra’el wehä-‘Ammim, hebr. Pessachvortrag, dt. Nebentitel Israel und die Völker. Religiöser Vortrag, Breslau 1858
Broschüre gegen den Rb. in Racibórz (Ratibor), 1863
Hrsg. u. übs. H. izzuq ’Ämunah, Befestigung im Glauben von Rabbi Jizchak, Sohn Abrahams s. A., Widerlegung des Christentums, hebr./dt., Breslau 1865, 398 S.; 2. Aufl. ¯ory und Breslau 1873, 439 S.
Literatur
Ist der modernste schlesische Rb. für den Breslauer Korrespondenten der IA 1839, S. 95: „Er hat in das Rabbinat, dem er durch ausgebreitete thalmudische Studien völlig gewachsen ist, auch noch einen wissenschaftlichen Geist mitgebracht, genährt durch seine linguistischen und mathematischen Kenntnisse, die er sich in Berlin erworben“; so auch IA 1841, S. 119
„Verzeichniß der [...] Synagogen-Gemeinden“, 1858, S. 39, Rb. für 563 Seelen
Kayserling, Jüdische Kanzelredner II 308
Nachruf in Ha-Maggid XVII, S. 341
Fuenn, Kenäsäth Yiœra’el, S. 232, hat 1808 als Geburtsdatum
Bernfeld, Reformas. yon, S. 215f
Joseph Norden, David Deutsch (1810- 1873), Rabbiner in Myslowitz und Sohrau O.-S. Ein Lebensbild, Mysłowice 1902, 45 pp
JE IV 546
EJ dt. V 959f, mit Geburtsdatum 1808
Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. XI (1983), S. 128, Nr. 2198