Geb. 2. April 1800 in Biała (Zülz), Oberschlesien,
Gest. 7. Juni 1853 in Bytom (Beuthen)
Frühverwaister Sohn eines Rabbinatsassessors, Talmudstudium beim Ortsrb. Sal. Kohn und Arbeit als Privatlehrer. 1820 verheiratet. Sein Schwiegervater S. Hein in Osoblaha (Hotzenplotz), Österr.-Schlesien, bestimmt ihn zum Handelsberuf, doch sein Lehrer diplomiert ihn für das Rabbinat. 1822 Rb. und Schächter in Hlučin (Hultschin), Oberschlesien
April 1829 Rb. in Bytom. Predigt in deutscher Sprache (IA 1841, S. 119) und gibt Talmudunterricht. Organisiert den orthodoxen Protest gegen Geigers Wahl in Breslau (1842), begründet 1844 einen „Verein zur Beförderung der Handwerke unter den Israeliten“. Mitarbeiter der Zschr. Der Orient (1845-50), unterstützt 1845 Zach. Frankel gegen die Reformer und tritt dessen Aufruf zu einer konservativen „Theologen-Versammlung“ (1846) bei, steht indes auch in Oberschlesien zusehends auf verlorenem Posten (AZJ 1848, S. 686). Sein Neffe Philipp Bloch (1841-1923) wurde Rb. in Posen.
Dokumente
GStA Berlin, Rep. 76-III, Sect. 17, Abt. XVI, Nr. 1, Bd. I, erwähnt ihn aus Hlučin 1825 als Religionslehrer der Kinder.
Publikationen
Huldigungsrede auf König Friedrich Wilhelm IV. gehalten am 15. October 1840, Breslau 1841, 16 S
Mit neun Amtskollegen Unterzeichner der „Beschwerde sämmtlicher Rabbinen Schlesiens gegen Geigers Sätze wider das Judenthum“, Orient 1842, S. 217-220; auch in: Salomon Abraham Tiktin, Darstellung des Sachverhältnisses in seiner hiesigen Rabbinats-Angelegenheit, Breslau 1842, S. 28-31
Rücksprache mit allen Gläubigen des rabbinischen Judenthums, Breslau 1843
„Die Theologen-Versammlung“, Orient 1846, Nr. 52; 1847, Nr. 1, S. 5-8
Zära‘ Yiœra’el. Proben aus dem literarischen Nachlasse des Herrn Israel Deutsch s.A., Rabbiner zu Beuthen O/S, hrsg. von dessen Brüdern Abraham und David Deutsch, Gliwice (Gleiwitz) 1855, dt. und hebr. Texte, 132 + 45 S.
Bildmaterialien
JNUL Jerusalem, Schwadron Collection (Bildnis), reprod. in EJ eng.
Literatur
Orient 1842, Beil. zu Nr. 31, S. 2, über seine Agitation gegen Geiger: „Von den Posner und Lissaer Rabbinern, die im Mittelpunkt des Orthodoxismus stecken, haben wir diese Ansicht erwartet, auch den kleinen Autoritäten wollen wir nur ein mitleidiges sancta simplicitas! zurufen; aber über die andern oberschlesischen Rabbiner, können wir uns sehr wundern. Das ist ein Schreien und Staubaufwirbeln, und steckt doch nichts dahinter als die alte Glaubenswuth“
Steinschneider, Bodleiana, col. 892
Nachruf des Gemeindevorstands in AZJ 1853, Beilage zu Nr. 34. Die Grabrede hielt Rb. Abr. Lewysohn aus Pyskowice (Peiskretscham)