Sohn des Rb. Josef E., Schüler und zeitweise auch designierter Schwiegersohn von Isak Spitz, dem Kreisrb. in Mladá Boleslav (Jungbunzlau). Gymnasiale Ausbildung, 1834-36 dreijähriges Studium an der Universität Prag, ordiniert vom dortigen Bet-Din unter Samuel Löb Kauder und von zwei weiteren Rabbinern. Akademische Promotion am 31. Dez. 1841. Hält Predigten in Smichov, auf Verwenden der Gebrüder Porges Edle von Portheim wird er am 3. März 1843 vereidigt als Kreisrb. in Mladá Boleslav (Jungbunzlau), Zentralböhmen, ist aber von der ansässigen Gemeinde nicht als Ortsrb. akzeptiert. 1851 Teilnahme an der böhmischen Synode. 1880 in den Ruhestand zu seinem Sohn Guido E., Direktor der Anglobank in Wien.
Dokumente
AUK Prag, Katalogí posluchažù, F. F., 1835/41, 1836b/29, Prüfungsregister der Karlsuniversität
SÚA Prag, ČG Vš., oddìlení 1836-1841, svazek 46/2/12, vom vom 18. Juli 1838 Bewerbung um das Leitmeritzer Kreisrt. Seine Predigten in Smichov zeigen, so die örtliche Behörde, „viele Proben tiefer Poesie u. rhetorischer Gewandtheit nebst einem klaren, schönen und effektreichen Vortrag“. - Ebd., ČG Vš., oddìlení 1841-1855, svazek 18/3/34, mit Protest der Gemeinde in Mladá Boleslav gegen seine Anstellung, 30. Dez. 1842. Niemand am Ort wolle ihn zum Rb. haben, „mit Ausnahme seiner hierortigen Anverwandten und denen, die mit selbe in enger Geschäftsverbindung stehen“; er sei ein schlechter Prediger, dem es „sowohl an Organ als auch an Genie hierzu gänzlich mangelt“. Gegen seine Mitbewerber führe er Diffamierungskampagnen, in seiner Verlobungspolitik wird ihm Gewinnsucht unterstellt. Die Verlobung mit der Tochter des Kreisrb. Spitz habe er rückgängig gemacht, als Sara Bloch ihm für ihre Tochter eine höhere Mitgift bot; seit seiner Promotion hoffe er auf eine noch besser dotierte Partie
Ebd., ČG Vš., oddìlení 1841-1855, svazek 18/1, mit seinen Wortbeiträgen bei der „Berathung über die Reglung der jüdischen Kultusgemeinde-Ordnung im Kronlande Böhmen“, 14. Jan. 1851
ÖStA/ AVAWien, Neuer Kultus, Israelitischer Kultus, D 5, vom 19. Sept. 1865 unter den 27 böhm. Vorbereitungsdozenten für die Preßburger Landesrabbinerschule.
Publikationen
Ša‘šu‘im beh. adre ha-Mišnah me‘annäh h. iddoth bechol šišah sidre Mišnah, Mischna-Lehrbuch, Prag 1865, 47 S.
Literatur
Orient 1843, S. 92: „Ist etwa der Kampf bei der Wiedereinsetzung der Bunzlauer Stelle etwas anderes als ein Kampf von Protektoren?“- Wahrheit 1871, S. 13, er mache eine rühmliche Ausnahme von der allgemeinen Unpopularität der Kreisrb. in Böhmen
Trauungsbefugnis „im ganzen ehemaligen Bunzlauer Kreise und im politischen Bezirk Podìbrad“, lt. Durchführungsverordnung vom 20. Juni 1877
Grünwald, Jungbunzlauer Rabbiner, S. 22f
Gold (Hrsg.), Judengemeinden Böhmens, 1934, S. 218, mit Bildnis S. 219