Geb. ca. 1817 in Česká Lípa (Böhmisch-Leipa), Nordböhmen
Sohn des Handelsmanns Isak E., Gymnasium in Komárno (Komorn), Slowakei
1840 kurzzeitiges Studium in Prag als Freund von Isr. Weiss, um 1850 Rb. in Karlín (Karolinenthal) b. Prag, um 1860 Prediger in Nový Bydžov (Neubidschow), Ostböhmen, um 1861 Rb. in Zagreb (Agram), Kroatien, um 1863 Rb. in Radnice (Radnitz), Westböhmen.
Dokumente
AUK Prag, Katalogí posluchažù, F. F., 1840/64, Prüfungsregister der Karlsuniversität; „nach dem 1. Sem. nicht mehr erschienen“
ÖStA/AVA Wien, Neuer Kultus, Israelitischer Kultus, D 5, vom 3. Nov. 1853 abgewiesenes Dispensverfahren eines Jakob Eisner, Religionslehrer in Beneschau [Verwechslung mit Isak Eisner?]
Ebd., 1. Febr. 1854 Dispensverfahren von Jakob Eisner in Beneschau mit positivem Entscheid vom 10. Feb. 1854
Ebd., vom 15. Nov. und 3. Dez. 1855: Jakob Eisner, Lehrer in Beneschau, habe im Febr. die österreichische Volkshymne ins Hebräische übersetzt; laut W. Wesselys Gutachten aber sei die Übs. „als minder gelungen und sogar sprachlich unrichtig“ anzusehen
LBI New York, Memoiren von Israel Weiss, S. 106
ŽM Prag, Nr. 8.136, vom 18. März 1863, Bewerbung in Dobříš (Dobrisch). Er sei Dr. phil. und rb. ordiniert, habe die Prüfung als Lehrer und „eine gründliche Kenntnis der französischen, italienischen, englischen, spanischen, ungarischen und böhmischen Sprache“. Er wisse auch Buchhaltung und kommerzielle Wissenschaften zu unterrichten.
Publikationen
Guida al precetto dei tefillin, übs. (aus dem Frz.) Mattio Pincherle, Triest 1860, 16 S
Ein Wort der Wehmut und des Trostes, Predigt, Zagreb 1861
Die Reife. Traurede, 1862
Die Lectüre als Mittel zur Bildung. Ein Beitrag zur Culturgeschichte, von „Rabbiner J. Eisner“, Prag 1888.
Literatur
Allgemeine Illustrirte Judenzeitung 1860, S. 87 („Eisner“)
Lippe 1879/81, S. 93 („Eisner, Dr., in Bidschow“)
Gold (Hrsg.), Judengemeinden Mährens, 1929, S. 161, erwähnt einen „Jakob Eisner, Rabbiner und Religionslehrer in Neutra“ als Bewerber um das Rt. in Brünn (1860)
Gold (Hrsg.), Judengemeinden Böhmens, 1934, S. 419.