Sohn des Joseph-Jospa E. und der Brungen Nathan, Schüler von Noah-Haim-Hirsch Berlin in Mainz, seit 1789 Privatgelehrter in Mannheim, 1794 Studium bei Wolf Reichshofer in Bouxwiller (Buchsweiler), Unterelsaß, Bet-Midrasch-Rb. in Mainz, um 1808 Unter- und Lehrhausrb. in Mainz, 1809 Talmudlehrer an der Talmud-Tora-Schule in Hamburg. Schrieb „mustergültig hebräisch, aber wenig gewandt deutsch“. Verläßt Hamburg nach Bernays’ Ankunft und wird 1821 Rb. in Bingen bei 400 fl. Gehalt. Der erste Vorsteher Sigismund Friedbörig will ihn zur regelmäßigen Abhaltung deutscher Predigten verpflichten. Ellinger, der auch Talmudschüler unterrichtet, bemüht sich 1829 vergeblich um ein Stelle am Hamburger Lehrhaus des Löb Schaul. Muß in den letzten Lebensjahren einen modernen Prediger neben sich dulden. Seine erste Frau war Hindle Canstadt (st. 1836)
in zweiter Ehe heiratete er 1838 die Rabbinerstochter Johannette Hirsch (geb. 1816 in Bad Kreuznach).
Dokumente
AN Paris, F 19/1840, vom 18. Mai 1808: Als „Ellinger, Nathan, 38“ unter den fünf Mainzer Rb. in der Erhebung des dortigen Präfekten über den isr. Kultus
CAHJP Jerusalem, AHW 534 (Talmud-Tora-Schule), Bd. I, Bl. 62, vom 18. Juni 1821: Durch Abreise E.s ist die Stelle eines Oberlehrers erledigt.
Manuskripte
„Er hinterläßt viele Manuscripte, von denen manche vielleicht zum Drucke nicht ungeeignet wären“, IA 1839, S. 280
Jerusalem JNUL 8o 2342 Aufzeichnungen aus seinem Jeschiwastudium bei Rb. Wolf Reichshofer in Bouxwiller, insbes. Disputationen, 1794, 81 Bl
New York, Lehmann 199 Talmudproblemata, 136 Bl. [= IMHM 24544]
Oxford Bodl. Neub. 528 ’Imre Vinah Aufzeichnungen aus seinem Jeschiwastudium in Mannheim, Frankfurt/M., Mainz, 1789-1806, 242 Bl. [= IMHM 19089]- Ebd., 529 Nat. a‘ ’Ohäl [nach Num 24,6], Talmudexegesen 1802-1803, 217 Bl. [= IMHM 19090]
Ebd. 530 Nät. a‘ Revi‘i Talmudexegesen aus der Mainzer Zeit, 1807- 1809, 190 Bl. [= IMHM 19091]
Ebd. 967 Nit. ‘e Na‘amanim [Jes 17,10] Predigten aus Bingen, 1821-1826, 138 Bl., darunter Schriften mit dem Titel Nit. ‘e Šošannim [= IMHM 21927]
Ebd. 2228, Briefkopierbuch, 41 Bl. [= IMHM 20511]
Jerusalem JNUL 8o 387 Mitschrift einer Disputation an seiner Hamburger Jeschiwa, 1817, 35 Bl.
Epigraphik
Grabstein Bingen Nr. 270, Inschrift bei Strehlen, Ein edler Stein, S. 127f, mit der für den Jeschiwaleiter reservierten Formel hä‘ämid talmidim harbäh. Schüler (in Hamburg) Salman Frensdorff, Samson Raphael Hirsch, Löb Adler, Levi Salomon, Isaak Dessau.
Literatur
Nekrolog von Ben Israel, IA 1839, S. 280 (dort fälschlich: „Jonathan Ellinger“)
Löwenstein, Geschichte der Juden in der Kurpfalz, S. 172
Duckesz, H. achme ’AHU, Nr. 103, hebr. S. 109- 111, dt. S. 37f
JE V 140f
Grünfeld, Bingen, S. 63 (Epitaph)
EJ dt. VI 543 (danach lebte er vor 1808 als Privatgelehrter in Mainz)
Arnsberg, Hessen, Bd. I, S. 76f, Bd. II, S. 13
Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 103, 112, 115, 288.