BHR Biographisches Portal der Rabbiner

[FALKENFELD,] Moses Samuel

  • Geb. in Ternopi¾ (Tarnopol), Ostgalizien,
  • Gest. „14. Kislew 1806“ (5. Dez. 1805 oder 25. Nov. 1806) in Posen
  • Sohn des Rb. Moses-Pinches und jüngerer Bruder des Joseph F., heiratet in Lublin Rachel-Hadassa, Tochter des Rb. Zwi-Hirsch, seines Onkels. Schon mit 23 Jahren Rb. in Biłgoraj bei Zamoœæ (seit 1772 österr.) und Leiter einer Jeschiwa für die Gemeinden des Umlands, sodann Rb. in Przeworsk und schließlich in Tarnogród, Westgalizien, wo er allsabbatlich in jiddischer Sprache über die Wochenlesung predigt. Durch den Stadtbrand vom 22. Juni 1798 um Haus, Bibliothek und Manuskripte gebracht, wohnt er zeitweise in Zbarazh (Zbara¿), Ostgalizien. Als Nachfolger seines Bruders 1802 Oberlandesrb. in Posen, wo ihm ebenfalls die wöchentliche Predigt zur Auflage gemacht wird. Anhänger des Pilpul und der Kabbala
  • wird durch einige anonyme junge Gemeindeglieder bei der preuß. Regierung des Aberglaubens und Obskurantismus bezichtigt und als „roher Pollak“ denunziert. Ende Sept. 1805 erkrankt er schwer und zieht sich nach Nowy Dwór zurück, wo er kurz vor seinem Tod seine Werke drucken läßt.

Dokumente

  • AP Poznañ, Prezidium Policii, Nr. 5072, S. 6f, vom 10. und 22. Feb. 1803 mit der Formel zu seiner Vereidigung durch den Posener Magistrat.

Manuskripte

  • JNUL Jerusalem, cod. 4o 741, Protokollbuch des Posener Bet-Din, 1783-1807.

Publikationen

  • Beth Šemu’el ’Ah. aron, großteils fiktive Responsen zum Šulh. an ‘Aruch und Auslegungen zum Pentateuch, mit Homilien, Novy Dvor 1807, Warschau 1883, 94 Bl.; Lemberg 1894; Piotrków 1903; u. ö. Das Werk enthält ein autobiographisches Vorwort vom 19. Elul 5566 (2. Sept. 1806), in dem der Autor über seine Frau schreibt: „Da ich ein überaus schwacher Mann bin, strengte sie sich an, mir Kraft zu geben. Auf ihre Anregung habe ich diese Auslegungen verfaßt, mögen sie ihr zur Ehre und zum dies- wie jenseitigen Verdienste gereichen. Ich drucke hier auch die Rede ab, die ich zu Lublin anläßlich meiner Hochzeit mit ihr gehalten habe“. Das Buch enthält außerdem Werke seines Bruders und Vorgängers Rb. Joseph und seines blinden Sohnes Mordechai- Joel.

Literatur

  • Walden, Šem ha-Gedolim hä-h. adaš, S. 125
  • Kayserling, „Jüdische Literatur“, S. 757
  • Bloch, „Heinrich Grätz, ein Lebensbild“, MGWJ 1904, S. 35ff
  • Wreschner, „Eger“, II, S. 5-7, mit Mitteilung der Grabschrift
  • Heppner und Herzberg, S. 783
  • Wachstein, Mafteah. ha-häspedim, I, S. 55
  • Halperin, ’At. las ‘Es. H. ayyim, Bd. IX (1982), S. 123, Nr. 1239, einzige Quelle für den Familiennamen PLQYNPLD
  • Muczyñski, „Poznañscy rabini“, S. 56.