BHR Biographisches Portal der Rabbiner

FEILBOGEN, Josef

  • Geb. 6. März 1784 in Uherský Brod (Ungarisch-Brod), Mähren,
  • Gest. 3. März 1869 in Strážnice (Straßnitz), Mähren
  • Sohn des Rb. Jakob Hirsch Biach F. und der Rabbinerstochter Schöndel Freistadt, Schüler des Samuel Kolin in Boskovice (Boskowitz), ordiniert von Landesrb. Mordechai Benet, 30. Aug. 1811 bis 4. März 1812 Rb. in Písečné (Piesling), dann sieben Jahre lang Rb. in Brtnice (Pirnitz), 1819 Rb. in Dolní Kounice (Kanitz), 1824 Rb. in Velké Meziříčí (Groß-Meseritsch), 1841 Rb. in Holešov (Holleschau)
  • einer der bedeutendsten Talmudisten Mährens, Anhänger des Pilpul. Zwei seiner Söhne wurden Rb.
  • 1867 tritt er aus dem Amt und übersiedelt zu seinem Sohn Samuel Moses F. nach Strážnice
  • er ist in Holešov bestattet.

Dokumente

  • ŽM Prag, Nr. 67.963 mit Wahlprotokoll vom 25. Juli 1824 aus Velké Meziříčí; hier das Eingeständnis, daß „es hauptsächlich der Zufall fügte, daß der Herr Josef Feilbogen, Familiant in Ungarisch-Brod und Local-Rabiener in Kanitz hier anlangte“, man habe gleich seine „Gelehrsamkeit und Prediger-Talente“ erkannt. Ebd. Abschiedsgruß vom 26. Feb. 1841.

Manuskripte

  • „Wiewohl er sehr fleißig seine Einfälle zu Papier brachte, ist nur sehr weniges von ihm veröffentlicht“ (Gold, 230f).

Publikationen

  • In Bene Yosef seines Sohnes Benjamin F. zu den Pirqe ’Avoth, Leipzig 1872
  • Frage an Laz. Horwitz in dessen Yad ’Äli‘äzär Nr. 58-96
  • Responsum in Tel Talpiyyoth 25 (1916), Nr. 191, S. 263-265, 271-274.

Bildmaterialien

  • JNUL Jerusalem, Schwadron Collection (Bildnis).

Literatur

  • IA 1841, S. 253
  • Wiener Blätter 1851, Nr. 64-65
  • Er und sein Sohn Benjamin unterzeichnen als einzige Rb. Mährens die Stellungnahme der ungar. Trennungsorthodoxie im Kompert-Prozeß, in der Nichtorthodoxe mit Nichtjuden gleichgesetzt werden; Neuzeit 1864, S. 158: „Mähren hat die zwei Feilbogen entsendet, die einen gewaltigen Bock geschossen“
  • Neuzeit 1869, S. 155, sein Begräbnis in Holešov
  • Nachruf Israelit 1869, S. 254f; „er ward wegen seiner talmudischen Gelehrsamkeit eben so bewundert als wegen seines weltklugen Benehmens verehrt“
  • UI 1869/ 70, S. 464
  • Weiss, Zichronothai, S. 17f, 48, karikiert seine Talmudvorträge voll selbstverliebter Klügeleien
  • Neuzeit 1901, S. 30
  • JE V 357
  • Frankl-Grün, Ungarisch-Brod, S. 48
  • Flesch, „Kanitz“, 1923, S. 59
  • Gold (Hrsg.), Judengemeinden Mährens, 1929, S. 229 (Bildnis), 230f, 239 (nochmals Bildnis), 240, 269, 277, 462 (Geburtsdatum hier 8. Mai 1784), 521 (Todesdatum hier 1880!)
  • Kestenberg-Gladstein, Neuere Geschichte, S. 366f
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 147, 534.