BHR Biographisches Portal der Rabbiner

FEIN, Moritz, Dr.

  • Geb. Okt. 1820 in Svätý Jur (St. Georgen), Slowakei
  • Sohn des Kaufmanns Kaspar F. aus Wien und der Barbara Neuman, mit 13 J. zur Jeschiwa nach Mikulov (Nikolsburg), Mähren, wo er vier Jahre lang lernt und privat deutsche Literatur liest. Statt wie gewünscht nach Prag schicken ihn seine traditionstreuen Eltern zur Jeschiwa des Wolf Sofer nach Preßburg. Wegen heimlichen humanistischen Studien, die er bei den Ärzten Dr. Gumpertz und Dr. Kisch betreibt, verweist ihn der Oberrb. von seiner Schule. Hauslehrer in Modra (Modern), Slowakei, und Besuch des Gymnasiums dort
  • im Studienjahr 1846/47 imm. an der Universität Wien, nach der Revolution 1849 nach Pest
  • auf Empfehlung von Oberrb. Löb Schwab wird er Rb. in Lugoj (Lugos), Siebenbürgen. Danach Rb. in Zrenjanin (Nagybecskerek), Woiwodina, 1859 Rb. in Rychnov (Reichenau), Ostböhmen, und Religionslehrer am örtlichen Gymnasium. 30. März 1863 prom. Jena
  • 1863 Rb. in Chodová Planá (Kuttenplan) bei Marienbad, Westböhmen, welches Amt er 1866 gedrängt durch „gewichtige Motive“ niederlegt.

Dissertation

  • Wie beweisen die arabisch-jüdischen Religionsphilosophen die Schöpfung aus Nichts?, Diss. Jena 1863.

Dokumente

  • UA Wien, Hauptmatrikel, M 14
  • UA Jena, M 379, Bl. 10f, 181-196, mit der Dissertation (14 Bl.) und allen Studienzeugnissen aus Modra und Wien; Bl. 185-188 ausführliche dt. Vita vom 24. März 1863.

Publikationen

  • Biblische Geschichte nebst einer fortlaufenden Geschichte des Judenthums bis auf unsere Zeit. Für Schulen bearbeitet, Pest 1856, 71 S
  • Artikel im Ben-Chananja, darunter „Die Anforderungen an den Kanzelredner im thalmudischen Zeitalter“, BCh 1860, S. 370-374; „Die Kultusgemeinde nach der Lehre der Rabbinen“, BCh 1860, S. 475ff
  • „Die Stellung der Ärzte im jüd. Alterthume“, BCh 1860, S. 539ff
  • „Fehlt der jüd. Prediger, wenn er griechische Mythologie und Heroologie für homiletische Zwecke benützet?“ BCh 1861, S. 295-297.

Literatur

  • Neuzeit 1864, S. 208, wirft ihm seine Bewerbung in Varaždin (Warasdin), Kroatien, vor, während der abgesetzte Rb. Lengsfelder noch am Ort war
  • Abendland 1866, S. 150f
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 241, 537, 559.