Ältester Sohn des aus Prag gebürtigen Handelsmanns und rb. Gelehrten Jakob-Eisig b. Samson F. (1775-1857) und der Kaula Aub. Lernt in Fürth an der Jeschiwa von Wolf Hamburger, kehrt dann nach Bruck zurück und besucht von dort aus die Univ. Erlangen, studiert weiter an der Univ. Prag und lernt an der Jeschiwa von Löb Glogau, der ihn am 30. Apr. 1830 mit einem Zeugnis entläßt
legt auch an der Israelitischen Hauptschule die Prüfung in hebr. Sprachlehre ab. 23. Nov. 1830 vom engeren Vorstand der Gemeinde Fürth zum Oberrb. gewählt, jedoch nicht bestätigt, da noch ohne Staatsprüfung und Amtserfahrung. Läßt sich in Frankfurt/M. nieder und predigt dort, Bewerber in Hoppstädten, Ftm. Birkenfeld (1834), 3. Juni 1835 Provinzialrb. in Hanau. Orthodox. Er heiratete drei Kaufmannstöchter, am 26. Apr. 1838 in Aschaffenburg Elise Igersheimer (geb. 1813), Tochter des Isaac Hirsch I. aus Bad Mergentheim, Württ., am 5. Sept. 1843 in Würzburg Regine Heine (geb. 1822), Tochter des Alexander H. aus Maßbach, Bayern, und am 12. Juni 1850 Babette Strauß (geb. 1821), Tochter des Hona S. aus Weikersheim. Während der Rabbinatsvakanz in Frankfurt 1862 übernimmt er dort die Vertretung.
Dokumente
StA Nürnberg, JM 81, Isr. Familienbuch Bruck
CAHJP Jerusalem D/Fu1/108 vom 21. Mai 1830 Bewerbung in Fürth
LHA Koblenz 393/297, Bl. 49-73 enthält Bewerbungsschreiben von 1833 und Zeugnisabschriften, Bl. 77-194 die Prüfungsarbeiten aus Birkenfeld mit dem Manuskript der Probepredigt
HStAWiesbaden, 365/413, Trauungsregister Hanau
CAHJP Jerusalem HM 3176: Familienerinnerungen von Jitzchak Felsenstein in Bayit Wagan, Jerusalem, 1963.
Publikationen
Beitrag zu den Rabbinischen Gutachten gegen den Frankfurter Reformverein, 1844
„Rede bei Eröffnung des kurhessischen Landrabbinats“, TZW 1846, S. 114f
(Mit Rb. Rosenberg und Vorsteher Pinhas) „Rundschreiben des kurhessischen Land-Rabbinats“, TZW 1846, S. 164f.
Literatur
INJ 1845, S. 310f: F. „gehörte vor seiner Anstellung zu den strebsamen jüd. Theologen, und war als aufgeklärt bekannt [...] Aber, weiß der Himmel! es scheint diese Protection der Bewegungspartei unserem Rabbiner hinterher so fatal gewesen zu sein, daß er’s sich vorgenommen, um jeden Preis den Frieden und die Ruhe zu lieben [...] daher läßt er so alles ziemlich ruhen, d. h. beim Alten [...] Diese Liebe zum Frieden und zur Ruhe ist gewiß auch die Ursache, daß unser Rabbiner so harmlos dahin lebt, und nie sich in einen Streit über Meinungen und Ansichten mit jemandem einläßt“
Populär-wissenschaftl. Monatsblätter 6 (1886), S. 205f, mit Brief Z. Frankels an ihn vom 21. April 1846