Sohn des Kaufmanns Michael A. und der Rifka Stern aus Külsheim, 1834 zum Gymnasium Karlsruhe, 2. Mai 1844 imm. Würzburg, zwei Semester Studium, 1849 Stiftsrb. in Karlsruhe, Heirat mit Mina-Minke Mosbacher (1822-1888)
Rb. der orthodoxen Fraktion in der Karlsruher jüd. Gemeinde. 1851 Sekretär des Oberrats der Israeliten Badens und theologisches Mitglied der Religionskonferenz
siegt bei der Wahl über die Reformer Willstätter, Schott, und Präger. Unterrichtet Rabbinatskandidaten, die in Karlsruhe das Gymnasium besuchen. Von Hildesheimer als einer der bedeutendsten deutschen Rb. gerühmt
wegen seines Vorgehens gegen orthodoxe Separatisten wird er 1870 von Hirsch angegriffen. 1873 der einzige süddeutsche Vertreter im „Central-Comité“ des Berliner Rabbinerseminars.
Dokumente
GLA Karlsruhe 390/3169, Geburtsakte
In den Karlsruher Adreßbüchern als „Sekretär“, später als „Oberrat“, wohnhaft Kronenstr. 17 (1853), Herrenstr. 17 (1858, 1859, 1861), Innerer Zirkel 8 (1869), Zirkel 4 (1873).
Publikationen
Rede gehalten in der Synagoge zu Pforzheim am 9. Mai d. J. bei dem feierlichen Trauergottesdienste wegen Ablebens Sr. Königl. Hoheit des höchstseligen Großherzogs Leopold von Baden, Karlsruhe 1852, 15 S. [GJ Köln, Ka-Alt; JNUL S74-B-2691] Schüler. Moritz Deutsch (Rb. in Wien), David Hanover (Wandsbek), Hillel Sondheimer (Heidelberg), Alexander Stein (Worms).
Epigraphik
Grabstein in der Ehrenreihe des alten Karlsruher Friedhofs, Nr. 144; Grabstein seiner Frau Nr. 276; siehe Döpp u. a., Alter Jüdischer Friedhof Karlsruhe, Kriegsstraße.
Literatur
Neuzeit 1874, S. 430, über Tod und Leichenbegängnis; A. habe, so Rb. Friedmann (Mannheim), „die goldne, aber auch dornenvolle Mittelstraße zwischen den Zeloten und den Gleichgültigen eingehalten“
Aus Paris schreibt das konservative Blatt Univers Israélite 30 (1874/75), S. 196: „Autorité religieuse supérieure, le vénérable défunt a fait immensément de bien et empêché beaucoup de mal dans ce pays travaillé par le réformisme“. Bei seiner Beisetzung waren 17 Rb. zugegen