BHR Biographisches Portal der Rabbiner

AMSON, Leopold

  • Geb. 26. März 1817 in Creglingen, Württ., Selbstmord 1851 in Stuttgart
  • Sohn des Ellenwarenhändlers Samuel A. und der Gulda Gabriel Schloß aus Sugenheim, Unterricht jüd. Privatlehrer in Creglingen und Archshofen und beim Pfarrer vom nahegelegenen Münster, 1834 Gymn. Stuttgart, Sept. 1836 Abitur, WS 1836 imm. Tübingen, drei Jahre Studium, 1840 Rabbinatsverweser in Lehrensteinsfeld, 16.-21. Aug. 1841 Erste Dienstprüfung in Tübingen mit Note IIb. 1841 Rabbinatsverweser in Freudental, 30. Dez. 1843 Rb. in Lehrensteinsfeld, fällt aber 5. Febr. 1844 beim zweiten Staatsexamen durch. Wiederholt am 8. Dez. 1845, doch findet keine Anstellung mehr. Lebt von Privatunterricht in Freudental, Frankfurt und anderen Orten, dann geht er Ende 1848 in Paris und unterrichtet Sprachen an Pensionaten und Collèges, 1851 Bewerber in Berlichingen, welches Rabbinat aber nicht wiederbesetzt wird. Auf diese Nachricht erschießt er sich.

Dokumente

  • StA Ludwigsburg, E 212/138, Prüfungsakten
  • Ebd., E 212/125 vom 2. Jan. 1844, Brief über Amtsantritt in Lehren
  • CAHJP Jerusalem, „Laupheim“ D/La1/222, Notizen des Prüfers Abraham Wälder, 9. Dez. 1845.

Literatur

  • AZJ 1851, S. 514: „fleißig in seinen Studien, ein tüchtiger Philolog, nicht extrem in seiner philosophischen Anschauungsweise, solid durch und durch“. Damals „legte man bei den Prüfungen auf rabbinisches Wissen geringen Werth; es war also ganz natürlich, wenn die Kandidaten mit einem gewissen Leichtsinn diese Wissenschaft behandelten. Aber Amson wurde das Opfer dieser Anschauungsweise“
  • Tänzer, Württemberg, S. 71
  • Franke, Heilbronn, S. 67 Anm
  • Sauer, Württemberg, S. 81
  • Hartwig Behr, „Der unglückliche Rabbinatskandidat Löb Samuel Amson“, in Behr und Horst F. Rupp, Vom Leben und Sterben: Juden in Creglingen, Würzburg 1999, 67- 70, mit der abwegigen Hypothese, der reformistische Kirchenrat Rb. Maier habe A. aus ideologischen Gründen das Leben vergällt
  • Wilke, Den Talmud und den Kant, S. 498.