25. Nov. 1825 zur Mannheimer Jeschiwa, 26. Apr. 1830 Abreise von dort, zwei Tage später imm. Heidelberg, Studium an der Universität bis WS 1832/33, unterrichtet und ordiniert vom Heidelberger Rb. Salomon Fürst. Ungefähr 1840 verheiratet in Seligenstadt, Hessen-Darmstadt
besteht die Rabbinatsprüfg. in Darmstadt mit „sehr gut“
1845 Landesrb. in der hessen-homburgischen Exklave Meisenheim am Glan, 4. März 1861 zum Bezirksrb. in Merchingen, Baden, berufen
verwaltet seit 1870 zusätzlich den Rabbinatsbezirk Tauberbischofsheim
LHA Koblenz, 386/469, Personalakte aus Meisenheim mit zahlreichen Gesuchen zur Verbesserung seiner beschwerlichen materiellen Lage. Unter dem 1. Jan. 1856 schreibt er: „In früheren Jahren, da meine Lage eine sorgenfreiere war, fühlte ich Drang und Beruf in mir, im Fache der religiösen Erziehung und Jugendbildung litterärisch thätig zu sein [...] In meiner jetzigen Lage habe ich auf den geistigen Genuß, meine Bibliothek in vollständigem Zustand zu erhalten oder auch nur die besseren Zeitschriften meines Faches zu lesen, längst verzichten müssen, öffentliche Bibliotheken stehen mir aber nicht zu Gebote, und bei also fehlender Anregung muß der Geist erschlaffen“. Sein Gehalt von 300 fl. wird durch einen Staatszuschuß von 100, dann 150 fl. ergänzt; am 24. Feb. 1860 hat er „einen sehr vortheilhaften Ruf als Religionslehrer in einer badischen Gemeinde erhalten“, man stockt das Grundgehalt auf 400 und den Zuschuß auf 200 fl. auf. Die Reg. in Bad Homburg berichtet am 22. März 1861: „Die Juden des Oberamtes sehen denselben ungern scheiden, weil er zur allgemeinen Zufriedenheit und mit einem sichtbar guten Erfolg sein Amt versehen und weil sie befürchten, bei dem verhältnißmäßig geringen Gehalt der Stelle nicht leicht wieder einen tüchtigen Mann zu finden“
LHA Schwerin, Meckl.-Schw. Landesrabbinat Nr. 57, Bewerbungsschreiben vom 8. Nov. 1852
CJA Berlin, 75 A Sta 2 Nr. 48, fol. 3f, Nachfrage in Stargard Szecziñski (Stargard in Pommern) wegen der zu besetzenden Stelle, 23. Nov. 1853
GLA Karlsruhe, 380/73, vom 2. Aug. 1870, 2. Jan. 1872, 13. Sept. 1873, aus dem Amt Tauberbischofsheim.
Publikationen
Erzählungen aus den heiligen Schriften der Israeliten, dargestellt für die kleinere isr. Jugend, Darmstadt 1836, 21841 (Rez. IA 1841, S. 392), 31843, Frankfurt/M. 61850, 71853, 121864, 141869, 151871, 161873, 171876, 181878, 191881, 201884, 211888, 231901
Erzählungen und Belehrungen aus den heiligen Schriften der Jisraeliten, nebst einem Anhange: Begebenheiten in den Tagen Mathithjahus und seiner Söhne. Dargestellt für die reifere isr. Jugend, Darmstadt 1842; Neuaufl. Fft./M. 21856, 31865, 41873, 51888.
Literatur
Anstellung in Meisenheim AZJ 1845, S. 729; INJ 1845, S. 407, mit der Bemerkung, daß F. „entschieden dem Fortschritt huldigt, weshalb derselbe auch früher von dem Darmstädter Auerbach auf’s Schändlichste verfolgt ward. Dabei besitzt Herr Flehinger gründliche und gediegene wissenschaftliche talmudische Kenntnisse, und gehört auch seinem Charakter nach zu den ehrlichsten und aufrichtigsten Rabbinen unserer Zeit“
Sal. Fürst in INJ 1845, S. 48, nennt ihn seinen Schüler
Synagogeneinweihung in Buchen (Odenwald); AZJ 1864, S. 747
Lippe 1879/81, S. 105
Rosenthal, Heimatgeschichte, S. 160
Hundsnurscher und Taddey, S. 198
PK Baden- Württemberg, S. 409
Dokumentation zur Geschichte der jüd. Bev. in Rheinland-Pfalz, Bd. III, S. 151